Frankreich · Provence · 90 Min · mittel · 3 Personen
Ratatouille ist der Sommer der Provence in einem Gericht – ein Bauerneintopf, den einst die Fischer und Bauern von Nizza aus dem kochten, was der Garten hergab.
2 Zucchini (aus der Kiste ✓) · 1 grüne Paprika (Kiste ✓) · 4 reife Tomaten, ca. 500 g (Kiste ✓) · 2 Zwiebeln (Kiste ✓) · 4 Knoblauchzehen · 2 Zweige Thymian (o. 1 TL getrocknet) · 1 Zweig Rosmarin · 1 Lorbeerblatt · 2 EL Tomatenmark · 150 ml Olivenöl (klingt viel, ist Teil der Sauce) · 300 g griechischer Joghurt (10 %) · ½ Bund Estragon (Ersatz: Basilikum) · 1 Zitrone (Abrieb) · 1 Baguette (Rewe/Aldi) · Salz, Pfeffer, 1 Prise Zucker
Ofen auf 150 °C (Ober-/Unterhitze) vorheizen. Die 2 Zwiebeln in feine Streifen, die 4 Knoblauchzehen in Scheiben schneiden.
In einer ofenfesten Gusspfanne oder Bräter 60 ml Olivenöl erhitzen und die Zwiebeln bei mittlerer Hitze 8 Min glasig schmoren, dann Knoblauch, 2 EL Tomatenmark, Thymian, Rosmarin und Lorbeer 2 Min mitrösten.
Die 1 grüne Paprika in 2 cm große Stücke schneiden und untermischen, kurz mitschmoren.
Die 2 Zucchini in 1,5 cm dicke Halbmonde schneiden, die 4 Tomaten grob würfeln (Strunk raus). Beides zugeben, salzen, pfeffern, mit 1 Prise Zucker würzen. Restliche 90 ml Olivenöl angießen – das Gemüse soll zur Hälfte im Öl liegen.
Deckel drauf und im Ofen 60 Min sanft confieren; nach 30 Min einmal vorsichtig durchheben – nicht rühren, damit die Stücke ganz bleiben.
Deckel abnehmen und weitere 15 Min offen fertig garen, bis die Oberfläche glänzt und die Flüssigkeit leicht sirupartig wird.
Für den Joghurt den Zitronen-Abrieb, den fein gehackten Estragon und eine Prise Salz unter die 300 g Joghurt rühren.
Baguette in Scheiben schneiden, kurz im Ofen anrösten. Ratatouille mit Estragon-Joghurt und Baguette servieren – heiß, lauwarm oder am nächsten Tag kalt gleichermaßen köstlich.
Tipp: Der Ölbadeffekt ist kein Luxus, sondern Technik: Bei niedriger Hitze zieht das Öl die Zellwände auseinander, Gemüsezucker karamellisiert langsam und die Aromen verschmelzen. Reste am nächsten Tag mit einem Ei drin sind bei den Franzosen Kult.
Vietnam · Hanoi · 40 Min · einfach · vegan · 3 Personen
Bún ist Vietnams große Nudel-Salat-Familie – kalte Reisnudeln in einer Schüssel, obenauf Kraut, Kräuter, gebratenes Etwas, dazu ein süß-saurer Dressing-Sud, den man am Ende einfach dazuschüttet.
250 g Reisnudeln, dünn (Rewe/Asia; Ersatz: Vermicelli) · 400 g Tofu natur, gepresst · 2 Karotten (aus der Kiste ✓) · 1 Rettich, ca. 250 g (Kiste ✓) · 1 Gurke (Kiste ✓) · 2 Tomaten (Kiste ✓) · 1 Stange Zitronengras (Rewe TK; Ersatz: 2 TL Zitronengraspaste) · 50 g Erdnüsse, geröstet & grob gehackt · 1 Bund Koriander (o. Petersilie) · ½ Bund Minze · 6 EL helle Sojasauce · 4 EL Limettensaft (ca. 2 Limetten) · 3 EL Reisessig · 3 EL Zucker · 2 Knoblauchzehen · 1 rote Chili (o. 1 TL Chiliflocken) · 4 EL neutrales Öl, 1 EL Sesamöl, Salz
Für das Pickle die 2 Karotten und den 1 Rettich schälen und in feine Stifte oder auf der groben Reibe raspeln. Mit 1 TL Salz, 2 EL Reisessig und 1 EL Zucker mischen, 15 Min ziehen lassen und den Saft abgießen.
Für das Dressing (Nuoc Cham chay) 6 EL Sojasauce, 4 EL Limettensaft, 1 EL Reisessig, 2 EL Zucker, den fein gehackten Knoblauch und die feingehackte Chili verrühren. Mit 4 EL Wasser aufgießen – es soll wie eine Suppe schmecken: süß, salzig, sauer, scharf.
Den 400 g Tofu trocken tupfen und in 2 cm Würfel schneiden. Die 1 Stange Zitronengras außen von harten Blättern befreien und den zarten Kern sehr fein hacken.
4 EL Öl in einer Pfanne heiß werden lassen und die Tofuwürfel in 8–10 Min rundum kross braten. Zum Schluss Zitronengras und 1 EL Sojasauce angießen, glasieren und 1 EL Sesamöl unterschwenken.
250 g Reisnudeln nach Packung 3–4 Min in heißem Wasser einweichen, kalt abschrecken und abtropfen lassen.
Die 1 Gurke in Halbmonde schneiden, die 2 Tomaten in Spalten, die Kräuter grob zupfen.
In tiefen Schalen anrichten: Nudeln zuerst, dann Gurke, Tomate, Karotten-Rettich-Pickle, Tofu obendrauf, viele Kräuter, 50 g Erdnüsse darüber streuen. Dressing separat reichen – jeder gießt sich selbst ⅓ der Schüssel dazu und mischt kräftig durch.
Tipp: Nie das Dressing schon vorher in die Schüssel geben – die Nudeln saugen es sofort auf und werden matschig. In Vietnam kommt es immer separat auf den Tisch, damit jeder frisch mischt und der Kräuterberg bis zum letzten Bissen frisch bleibt.
Deutschland · Schwaben · 30 Min · einfach · 3 Personen
Schupfnudeln – in Bayern „Fingernudeln“, in Schwaben „Bubespitzle“ – sind eine der ältesten deutschen Nudelformen.
500 g frische Schupfnudeln (Rewe/Aldi Kühlregal; Ersatz: Gnocchi) · 400 g grüne Bohnen (aus der Kiste ✓) · 2 Zwiebeln (Kiste ✓) · 2 Knoblauchzehen · 12 Salbeiblätter, frisch · 60 g Butter · 2 EL Olivenöl · 80 g Parmesan o. Bergkäse, gerieben · 1 Zitrone (Abrieb + Saft) · 2 EL Pinienkerne (o. gehackte Mandeln) · Salz, Pfeffer, Muskat
Die 400 g Bohnen putzen (Enden abknipsen) und in fingerlange Stücke schneiden. In reichlich Salzwasser 6–7 Min bissfest kochen, dann in Eiswasser abschrecken – so bleiben sie grün.
Die 2 Zwiebeln in feine Halbringe, die 2 Knoblauchzehen in Scheiben schneiden. Die 2 EL Pinienkerne in einer trockenen Pfanne goldbraun rösten, herausnehmen.
30 g Butter und 2 EL Olivenöl in einer großen Pfanne erhitzen und die 500 g Schupfnudeln bei mittlerer Hitze 6–8 Min goldbraun braten – nicht zu oft wenden, damit sie Farbe bekommen. Herausnehmen und warmstellen.
In derselben Pfanne die restlichen 30 g Butter schäumen lassen, die 12 Salbeiblätter hineinwerfen und 1 Min knusprig ziehen lassen – bis die Butter nussig duftet (Beurre Noisette).
Zwiebeln und Knoblauch zugeben, 3 Min glasig schmoren. Bohnen dazugeben, salzen, pfeffern und mit einer Prise Muskat würzen.
Schupfnudeln zurück in die Pfanne geben, Abrieb der Zitrone und 1 EL Zitronensaft darüber, gut schwenken.
Auf tiefen Tellern anrichten, mit 80 g geriebenem Parmesan und den Pinienkernen bestreuen und sofort servieren.
Tipp: Die Beurre Noisette ist das Geheimnis: Butter erst schmelzen, dann bei mittlerer Hitze weiterbrutzeln lassen, bis der Schaum abfällt und der Milchbodensatz bräunt und nussig duftet. In diesem Moment kommt der Salbei rein – 1 Sekunde später wäre die Butter schwarz. Riecht wie Weihnachten im Sommer.
Indien · Kerala · 40 Min · einfach · vegan · 3 Personen
Aviyal ist das Herzstück des Sadya, des traditionellen Bankettessens auf Bananenblatt in Kerala – serviert zu Hochzeiten, Onam-Fest und Sonntagsmittag.
1 großer Kohlrabi (aus der Kiste ✓) · 3 Karotten (Kiste ✓) · 400 g Kartoffeln, festkochend (Kiste ✓) · 100 g grüne Bohnen (optional; Rest aus der Kiste) · 100 g Kokosraspel (Aldi/Rewe) · 1 TL Kreuzkümmel-Samen · 2 grüne Chilis (o. 1 TL Chiliflocken) · 1 TL Kurkuma · 300 g Naturjoghurt (vegan: Sojajoghurt) · 15 Curryblätter (Asia; Ersatz: 1 Lorbeerblatt + 1 TL getr. Curryblätter) · 2 EL Kokosöl (o. neutrales Öl) · 300 g Basmatireis · Salz
Den 300 g Basmatireis in kaltem Wasser waschen, mit 450 ml Wasser und 1 TL Salz aufsetzen und nach Packung 12 Min garen, 5 Min ruhen lassen.
Den 1 Kohlrabi schälen und in 3 cm lange, fingerdicke Stifte schneiden. Genauso die 3 Karotten und die 400 g Kartoffeln – Aviyal lebt vom einheitlichen Zuschnitt.
Die 100 g Bohnen putzen und in 3 cm lange Stücke schneiden.
Alles Gemüse in einen weiten Topf geben, mit 200 ml Wasser, 1 TL Kurkuma und 1 TL Salz aufsetzen, zugedeckt bei mittlerer Hitze 12–15 Min garen, bis alles bissfest weich ist – nicht zerkochen lassen.
In der Zwischenzeit die 100 g Kokosraspel mit 1 TL Kreuzkümmel und den 2 grob gehackten Chilis in einem Mörser oder Blitzhacker mit 3 EL Wasser zu einer groben Paste verarbeiten.
Die Kokospaste unter das Gemüse mischen und offen 3 Min köcheln.
Vom Herd nehmen und den 300 g Joghurt in kleinen Portionen unterrühren – nicht mehr aufkochen, sonst gerinnt er.
2 EL Kokosöl in einer kleinen Pfanne erhitzen, die 15 Curryblätter 20 Sekunden knistern lassen und das duftende Öl über das Curry gießen. Sofort mit dem Reis servieren.
Tipp: Aviyal darf nach dem Joghurt nie mehr kochen – nur noch mit Restwärme durchziehen. Genau das macht die Sauce seidig statt körnig. Und das Curryblatt-Öl obenauf („Tadka“) ist kein Deko-Gag: es setzt das Aroma erst im heißen Moment frei, wie ein Aromapunkt.
Gözleme – aus dem Türkischen „göz“ (Auge) – ist das dünne, gefüllte Fladenbrot, das man auf jedem türkischen Wochenmarkt bekommt: von einer erfahrenen „Teyze“ (Tante) in Kopftuch, die den Teig hauchdünn auf einer runden gewölbten Platte, der Sac, ausrollt und in Minuten backt.
400 g Mehl (Type 550) · 240 ml lauwarmes Wasser · 3 EL Olivenöl · 1 TL Salz · 1 Zucchini, ca. 250 g (aus der Kiste ✓) · 1 Zwiebel (Kiste ✓) · 200 g Feta · ½ Bund Minze (o. Petersilie) · 1 TL getrockneter Oregano · ½ TL Chiliflocken (Pul Biber, wenn vorhanden) · 50 g Butter (zerlassen, zum Bepinseln) · 200 g Joghurt zum Servieren · 1 Zitrone (in Spalten) · Pfeffer
400 g Mehl, 1 TL Salz, 240 ml lauwarmes Wasser und 3 EL Olivenöl in einer Schüssel zu einem glatten, elastischen Teig verkneten (Handrührer mit Knethaken oder 8 Min Hand). Abdecken, 20 Min ruhen lassen.
Die 1 Zucchini grob raspeln, mit ½ TL Salz mischen und 10 Min ziehen lassen, dann in einem Küchentuch kräftig auspressen – das ist entscheidend, sonst wird der Gözleme labbrig.
Die 1 Zwiebel sehr fein hacken. Den 200 g Feta in einer Schüssel mit der Gabel zerdrücken.
Zucchini, Zwiebel, Feta, die gehackte Minze, 1 TL Oregano, ½ TL Chiliflocken und Pfeffer mischen (Salz nur wenn nötig, der Feta salzt gut).
Den Teig in 4 gleich große Kugeln teilen. Jede Kugel auf leicht bemehlter Fläche zu einem hauchdünnen Kreis von ca. 30 cm ausrollen – so dünn wie möglich.
Ein Viertel der Füllung auf eine Teighälfte streichen, den Rand freilassen. Die andere Hälfte darüberklappen (Halbmond), Ränder gut andrücken.
Eine große beschichtete Pfanne (o. Sac, o. Crêpe-Platte) trocken sehr heiß werden lassen. Gözleme darin 2 Min pro Seite backen, bis dunkelbraune Flecken entstehen. Fertige Gözleme sofort mit zerlassener Butter bepinseln.
In Stücke schneiden und mit Joghurt und Zitronenspalten servieren.
Tipp: Der Teig muss wirklich dünn ausgerollt werden – wenn du das Muster deiner Arbeitsplatte durchschimmern siehst, ist er perfekt. Zu dick = trockenes Fladenbrot statt zarter Gözleme. Und die Butter erst nach dem Backen: Öl in der Pfanne würde die trockene Kruste verhindern, die das Besondere ausmacht.
Frankreich · Landküche · 75 Min · einfach · 3 Personen · 🍰 Dessert
Die Galette ist der lässige Cousin der Tarte: kein Formzwang, keine perfekten Ränder, einfach ein Kreis Teig, in dessen Mitte man Obst wirft und die Ränder darüberfaltet.
250 g Mehl · 150 g kalte Butter, gewürfelt · 70 g Zucker · 1 Ei (getrennt) · 2–3 EL eiskaltes Wasser · 1 Prise Salz · 8 reife Aprikosen (Rewe/Aldi; Ersatz: 6 Zwetschgen o. 4 Pfirsiche) · 100 g gemahlene Mandeln · 80 g weiche Butter · 80 g Zucker (für die Frangipane) · 1 Ei (für die Frangipane) · 1 EL Mehl (für die Frangipane) · 1 TL Vanillezucker · 1 Spritzer Amaretto o. Rum (optional) · 2 EL Mandelblättchen · 2 EL Aprikosenkonfitüre (zum Glasieren; optional) · 1 EL Rohrzucker (zum Bestreuen)
Für den Mürbeteig 250 g Mehl, 70 g Zucker und 1 Prise Salz mischen. Die 150 g kalte Butterwürfel einreiben, bis die Masse krümelig wird. Das Eigelb und 2–3 EL eiskaltes Wasser zugeben und kurz zu einer Kugel zusammenfassen – nicht kneten. In Folie 30 Min kalt stellen.
Für die Frangipane die 80 g weiche Butter mit 80 g Zucker und 1 TL Vanillezucker schaumig schlagen. Das Ei unterschlagen, dann 100 g gemahlene Mandeln, 1 EL Mehl und optional 1 Spritzer Amaretto unterrühren.
Ofen auf 200 °C (Ober-/Unterhitze) vorheizen, ein Backblech mit Backpapier belegen.
Die 8 Aprikosen halbieren und entsteinen.
Den Teig auf leicht bemehltem Papier zu einem Kreis von ca. 32 cm Durchmesser ausrollen und aufs Blech ziehen. Die Frangipane in die Mitte streichen, dabei einen 5 cm breiten Rand freilassen.
Die Aprikosenhälften mit der Schnittfläche nach oben spiralförmig auf der Frangipane anordnen, mit 1 EL Rohrzucker bestreuen.
Den freien Teigrand über den Rand des Belags falten – ruhig zackig und rustikal, das ist das Wesen einer Galette. Rand mit dem verquirlten Eiweiß bepinseln und mit 2 EL Mandelblättchen bestreuen.
Auf mittlerer Schiene 35–40 Min goldbraun backen. Nach dem Backen die Aprikosen dünn mit erwärmter Aprikosenkonfitüre bepinseln – das macht sie glänzend wie beim Konditor. Lauwarm mit Sahne oder Vanilleeis servieren.
Tipp: Die kalte Butter ist der ganze Trick des Mürbeteigs: Bleiben kleine Butterstückchen sichtbar, entstehen beim Backen mikroskopische Dampftaschen und der Teig wird blättrig-mürbe statt hart. Also nur kurz verkneten – Teigreste in der Schüssel sind ok, die verschwinden beim Ausrollen.
Italien · Piemont · 25 Min · einfach · 3 Personen · 🍰 Dessert
Panna Cotta – wörtlich „gekochte Sahne“ – kommt aus dem Piemont, wo bis heute jede Trattoria ihre eigene Version im Menü hat.
300 ml Sahne · 300 ml Buttermilch · 70 g Zucker · 1 Vanilleschote (o. 2 TL Vanillepaste, o. 2 Pck. Vanillezucker + weniger Zucker) · 4 Blatt Gelatine (o. 2 TL Agar-Agar für vegetarisch) · 1 Zitrone (Abrieb) · 300 g Beeren (frisch o. TK: Erdbeeren, Himbeeren, Heidelbeeren gemischt; Rewe/Aldi) · 40 g Puderzucker · 1 TL Zitronensaft
Die 4 Blatt Gelatine in reichlich kaltem Wasser 5 Min einweichen.
Die 1 Vanilleschote längs aufschlitzen und das Mark auskratzen.
300 ml Sahne, 70 g Zucker, Vanillemark und -schote in einem Topf auf ca. 80 °C erhitzen (dampft, kocht aber nicht). 5 Min ziehen lassen und die Schote entfernen.
Die Gelatine gut ausdrücken und in der noch heißen Sahne unter Rühren auflösen.
Die 300 ml Buttermilch und den Abrieb der Zitrone einrühren – Buttermilch immer erst zum Schluss, weil sie bei Hitze gerinnt. Kurz kalt rühren, bis die Masse leicht abkühlt.
In 6 kleine Gläser oder Förmchen (à 100 ml) füllen und mindestens 4 Std, besser über Nacht, kaltstellen.
Für das Coulis die 300 g Beeren mit 40 g Puderzucker und 1 TL Zitronensaft pürieren und durch ein Sieb streichen – die Kerne bleiben zurück.
Zum Servieren die Panna Cotta entweder direkt im Glas mit Coulis anrichten oder auf Teller stürzen: dazu Förmchenboden 5 Sekunden in heißes Wasser tauchen, mit Messer am Rand entlangfahren und stürzen. Coulis drumherum, mit ein paar ganzen Beeren garnieren.
Tipp: Perfekte Konsistenz ist eine Zittersache: gut gestürzt zittert die Panna Cotta wie ein kleiner Pudding, hält aber ihre Form – nicht Pudding-fest, aber auch nicht flüssig. Zu viel Gelatine = gummig; zu wenig = Sauce. Merksatz aus Piemont: „4 Blatt auf 600 ml“ – dann klappt es immer.
Woche vom 28. August – 3. September 2026 · aus der Gemüsekiste 🥕
Libanon · Levante · 35 Min · einfach · vegan · 3 Personen
Fattoush gehört zu den „Arme-Leute-Gerichten“ der Levante, den sogenannten fattat: Statt altbackenes Fladenbrot wegzuwerfen, röstet man es und mischt es unter den Salat, wo es Öl, Zitrone und Tomatensaft aufsaugt.
1 Kopf Romana- o. Kopfsalat (aus der Kiste ✓) · 1 Salatgurke (aus der Kiste ✓) · 4 Tomaten (aus der Kiste ✓) · 2 Paprika (aus der Kiste ✓) · 1 rote Zwiebel o. normale Zwiebel (aus der Kiste ✓) · 2 Fladenbrote (o. 4 Pitabrote) · 1 Dose Kichererbsen (400 g, Abtropfgewicht ca. 240 g) · 1 TL Kreuzkümmel, gemahlen · 1 TL geräuchertes Paprikapulver · 2 TL Sumach (Ersatz: Abrieb 1 Zitrone + 1 TL Paprikapulver) · 1 Zitrone (Saft) · 1 EL Granatapfelsirup (Ersatz: 1 EL Balsamico + 1 TL Ahornsirup) · 1 Knoblauchzehe · ½ Bund glatte Petersilie · ½ Bund Minze · 7 EL Olivenöl, Salz, Pfeffer
Ofen auf 220 °C Umluft vorheizen. Die Dose Kichererbsen (400 g) abgießen, gut abbrausen und auf einem Küchentuch richtig trocken tupfen – nasse Kichererbsen werden nie knusprig.
Kichererbsen mit 2 EL Olivenöl, 1 TL Kreuzkümmel, 1 TL geräuchertem Paprikapulver und Salz mischen, auf ein Blech geben und 18–20 Min rösten, nach der Hälfte einmal durchschütteln.
Die 2 Fladenbrote in mundgerechte Stücke reißen, mit 2 EL Olivenöl und etwas Salz mischen und die letzten 7–8 Min auf einem zweiten Blech mitrösten, bis sie goldbraun und hart sind. Danach auskühlen lassen.
Für das Dressing 1 Knoblauchzehe fein reiben und mit dem Saft der Zitrone, 1 EL Granatapfelsirup, 2 TL Sumach, 3 EL Olivenöl, Salz und Pfeffer in einem Glas kräftig schütteln.
Den Salatkopf in breite Streifen schneiden, die Gurke längs halbieren, entkernen und in dicke Halbmonde schneiden. 4 Tomaten in Spalten, 2 Paprika in Streifen, die Zwiebel in hauchdünne Ringe. Zwiebelringe 5 Min im Dressing ziehen lassen – das nimmt die Schärfe.
Petersilie und Minze grob hacken. Alles Gemüse mit den Kräutern in einer großen Schüssel locker mischen, Dressing daruntergeben und mit den Händen (nicht mit der Zange) durchheben.
Erst direkt vor dem Servieren Brotstücke und Kichererbsen untermischen, mit etwas Sumach überstäuben und sofort auf den Tisch bringen – so bleibt der Crunch erhalten.
Tipp: Salz zieht Wasser: Tomaten und Gurke separat 10 Min gesalzen abtropfen lassen und den austretenden Saft ins Dressing rühren. Der Salat bleibt knackig, das Dressing bekommt gratis Tomatenaroma.
Italien · Amalfiküste · 40 Min · mittel · 3 Personen
Nerano ist ein winziger Ort auf der Halbinsel von Sorrent, und das Rezept trägt den Namen der Bucht, in der es 1952 in der Trattoria „Maria Grazia“ entstanden sein soll.
700 g Zucchini (aus der Kiste ✓) · 350 g Spaghetti · 100 g Provolone (Ersatz: junger Pecorino o. Butterkäse), grob gerieben · 60 g Parmesan o. veg. Hartkäse, fein gerieben · 1 Topf Basilikum · 2 Knoblauchzehen · 30 g Butter · 600 ml neutrales Öl zum Braten (Raps o. Sonnenblume) · 2 EL Olivenöl, Salz, Pfeffer
Die 700 g Zucchini waschen und mit einem scharfen Messer oder Hobel in gleichmäßige 3-mm-Scheiben schneiden. Auf Küchenpapier ausbreiten, leicht salzen und 10 Min Wasser ziehen lassen, dann trocken tupfen.
In einem kleinen, hohen Topf 600 ml neutrales Öl auf ca. 170 °C erhitzen (ein Zucchinischeibchen muss sofort sprudeln). Die Scheiben portionsweise 2–3 Min goldgelb ausbacken, mit der Schaumkelle herausheben und auf Küchenpapier salzen. Nicht zu viele auf einmal – sonst kühlt das Öl ab und sie saugen sich voll.
3 EL vom Frittieröl in eine weite Pfanne umfüllen, die restlichen Zucchini darin mit 2 angedrückten Knoblauchzehen und einer Handvoll Basilikumblättern warm halten. Die Hälfte der Zucchini mit der Gabel grob zerdrücken – das gibt später Bindung.
350 g Spaghetti in reichlich Salzwasser 2 Min kürzer als angegeben kochen. 250 ml Nudelwasser abschöpfen und beiseitestellen.
Spaghetti tropfnass zu den Zucchini in die Pfanne geben, 30 g Butter und ca. 150 ml Nudelwasser zufügen und bei mittlerer Hitze 1–2 Min schwenken.
Pfanne vom Herd nehmen und 30 Sekunden abkühlen lassen. Erst dann 100 g Provolone und 40 g Parmesan einstreuen und mit der Zange kräftig durchschwenken, bis eine cremige, glänzende Sauce entsteht – bei zu viel Hitze fädelt der Käse.
Mit Pfeffer, ggf. Salz und noch einem Schuss Nudelwasser abschmecken. Auf vorgewärmte Teller geben, restlichen Parmesan und frische Basilikumblätter darüber.
Tipp: Die Sauce entsteht durch Temperatur, nicht durch Sahne: Pfanne runter vom Herd, kurz warten, dann den Käse einschwenken. Ein Löffel des kalten Nudelwassers rettet die Emulsion, falls es doch zu heiß war.
„Gado-gado“ heißt auf Indonesisch ungefähr „bunt gemischt“ – und genau das ist es: ein Teller aus allem, was der Markt hergibt, verbunden durch eine warme Erdnusssauce.
600 g Kartoffeln (aus der Kiste ✓) · 300 g grüne Bohnen (aus der Kiste ✓) · 1 Salatgurke (aus der Kiste ✓) · ½ Kopf Salat (aus der Kiste ✓) · 3 Eier (Größe M) · 200 g Räuchertofu o. fester Naturtofu · 200 g Erdnussbutter (ohne Zuckerzusatz) · 200 ml Kokosmilch · 2 EL helle Sojasauce · 1 Limette (Saft) · 1 EL brauner Zucker · 2 Knoblauchzehen · 1 rote Chili (o. ½ TL Chiliflocken) · 1 Zwiebel (aus der Kiste ✓) · 2 EL Röstzwiebeln · 3 EL neutrales Öl, Salz
Die 600 g Kartoffeln schälen, in 2-cm-Würfel schneiden und in Salzwasser 12–15 Min garen, bis sie weich sind. Abgießen und ausdampfen lassen.
Die 3 Eier 8 Min kochen, kalt abschrecken, pellen und halbieren. Die 300 g Bohnen putzen und 5–6 Min in Salzwasser blanchieren, dann in Eiswasser abschrecken – sie sollen noch Biss haben.
Den 200 g Räuchertofu in 1-cm-Scheiben schneiden, trocken tupfen und in 2 EL Öl von beiden Seiten 3–4 Min knusprig braten. Salzen und beiseitestellen.
Für die Sauce 1 EL Öl in einem kleinen Topf erhitzen, die fein gehackte Zwiebel, 2 gehackte Knoblauchzehen und die Chili 3 Min anschwitzen. 200 g Erdnussbutter, 200 ml Kokosmilch, 2 EL Sojasauce, 1 EL braunen Zucker und ca. 100 ml heißes Wasser einrühren.
Die Sauce 3–4 Min sanft köcheln, bis sie glänzt und dickflüssig vom Löffel läuft – falls sie zu dick wird, löffelweise Wasser nachgeben. Vom Herd nehmen und mit dem Saft der Limette abschmecken; sie muss süß, salzig und deutlich säuerlich zugleich sein.
Die Gurke in dicke Halbmonde schneiden, den halben Salatkopf in breite Streifen.
Auf einer großen Platte oder drei flachen Tellern Salat, Kartoffeln, Bohnen, Gurke, Tofu und Eier nebeneinander anrichten – nicht mischen. Die warme Erdnusssauce großzügig darüberlöffeln und mit 2 EL Röstzwiebeln bestreuen.
Tipp: Die Sauce immer wärmer und dünner ansetzen, als sie am Ende sein soll – Erdnussbutter zieht beim Abkühlen deutlich nach. Ein Löffel heißes Kartoffelwasser statt klarem Wasser gibt zusätzlich Bindung.
Spanien · Kastilien · 50 Min · mittel · 3 Personen
Die erste schriftliche Erwähnung der Tortilla de patatas stammt aus einer navarresischen Bittschrift von 1817, in der die Kartoffel-Ei-Speise als billige Sättigung für die arme Landbevölkerung beschrieben wird.
700 g Kartoffeln, festkochend (aus der Kiste ✓) · 2 Zwiebeln (aus der Kiste ✓) · 3 Paprika (aus der Kiste ✓) · 6 Eier (Größe M) · 300 ml Olivenöl (wird größtenteils wiederverwendet) · 4 EL Mayonnaise (für die Aioli) · 2 Knoblauchzehen · 1 TL Zitronensaft · 1 TL geräuchertes Paprikapulver · ½ Bund glatte Petersilie · ½ Kopf Salat als Beilage (aus der Kiste ✓) · Salz, Pfeffer
Die 700 g Kartoffeln schälen und in 3-mm-Scheiben schneiden, die 2 Zwiebeln in feine Halbringe. Beides kräftig salzen.
In einer beschichteten Pfanne (24 cm) 300 ml Olivenöl auf mittlere Hitze bringen – es soll leise blubbern, nicht brutzeln. Kartoffeln und Zwiebeln hineingeben und 20–25 Min confieren, dabei mehrfach vorsichtig wenden. Sie sollen weich sein und leicht zerfallen, aber keine Farbe nehmen.
Alles in ein Sieb über einer Schüssel abgießen, das Öl auffangen (es lässt sich zweimal wiederverwenden). Kartoffeln 5 Min abtropfen lassen.
Die 6 Eier in einer großen Schüssel mit Salz und Pfeffer nur locker verquirlen – nicht schaumig schlagen. Die warmen Kartoffeln unterheben und 10 Min stehen lassen, damit die Stärke bindet. Dieser Schritt entscheidet über die Konsistenz.
Die 3 Paprika in Streifen schneiden und in 2 EL vom aufgefangenen Öl mit einer Prise Salz 12 Min weich schmoren, zum Schluss 1 TL geräuchertes Paprikapulver einrühren. Beiseitestellen.
2 EL vom Öl in der Pfanne erhitzen, die Eimasse hineingeben und bei mittlerer Hitze 4–5 Min stocken lassen, dabei den Rand mit einem Silikonspatel immer wieder nach innen schieben.
Die Pfanne mit einem flachen Teller abdecken, die Tortilla stürzen und zurück in die Pfanne gleiten lassen. Weitere 3–4 Min garen – die Mitte darf beim Anschneiden noch leicht cremig sein. 5 Min ruhen lassen.
Für die Aioli 4 EL Mayonnaise mit 2 fein geriebenen Knoblauchzehen, 1 TL Zitronensaft und einer Prise Salz verrühren. Tortilla in Ecken schneiden, mit den Paprika, der Aioli, gehackter Petersilie und dem angemachten Salat servieren.
Tipp: Die 10 Minuten Ruhezeit von Ei und Kartoffel vor dem Braten sind kein Zeitfüller: Die Kartoffelstärke quillt in der Eimasse und macht die Tortilla erst schnittfest-cremig statt gummiartig. Ungeduld ist der häufigste Fehler.
Frankreich · Bretagne · 50 Min · einfach · 3 Personen
Buchweizen kam im 15.
200 g Buchweizenmehl (Ersatz: 150 g Dinkelmehl + 50 g Weizenmehl) · 400 ml Wasser · 1 Ei (Größe M) · 1 TL Salz · 500 g Zucchini (aus der Kiste ✓) · 3 Tomaten (aus der Kiste ✓) · 1 Zwiebel (aus der Kiste ✓) · 150 g Ziegenkäse-Rolle (Ersatz: Feta o. Camembert) · 60 g Parmesan o. veg. Hartkäse, gerieben · 2 EL Honig o. Ahornsirup · 2 Zweige Thymian (o. 1 TL getrocknet) · 40 g Butter · 3 EL Olivenöl, Salz, Pfeffer · ½ Kopf Salat als Beilage (aus der Kiste ✓)
Für den Teig 200 g Buchweizenmehl mit 1 TL Salz in eine Schüssel geben, 200 ml Wasser zugeben und mit dem Schneebesen 2 Min kräftig schlagen – der Teig soll zäh und glänzend sein, dabei entsteht Struktur. Dann das 1 Ei und die restlichen 200 ml Wasser einrühren. Mindestens 1 Std (gern über Nacht) abgedeckt ruhen lassen.
Die 500 g Zucchini in dünne Scheiben hobeln, die Zwiebel in feine Halbringe. In 2 EL Olivenöl bei hoher Hitze 6–8 Min braten, bis die Zucchini Farbe nehmen. Salzen, pfeffern, den Thymian zugeben und beiseitestellen.
Die 3 Tomaten in Scheiben schneiden und auf Küchenpapier kurz abtropfen lassen – zu nasse Tomaten weichen die Galette auf.
Eine beschichtete Pfanne (26–28 cm) auf mittlerer bis hoher Hitze richtig heiß werden lassen, mit etwas Butter ausstreichen. Eine kleine Schöpfkelle Teig hineingeben, die Pfanne sofort schwenken, bis der Boden dünn bedeckt ist. 2 Min backen, bis der Rand sich löst und knusprig wird, dann wenden und 30 Sek nachbacken. So 6 Galettes backen und übereinander stapeln.
Zum Füllen je eine Galette in die Pfanne legen, mittig etwas Parmesan streuen, dann Zucchini, Tomatenscheiben und Ziegenkäse in Talern daraufgeben. Die vier Seiten quadratisch einschlagen, sodass die Mitte offen bleibt.
Zugedeckt 2–3 Min bei mittlerer Hitze weiterbacken, bis der Käse schmilzt und der Boden knusprig ist. Mit einem Faden Honig, Pfeffer und ein paar Thymianblättchen vollenden.
Sofort servieren, dazu der mit 1 EL Olivenöl, Salz und einem Spritzer Zitrone angemachte Salat. Pro Person zwei Galettes rechnen.
Tipp: Buchweizenteig ist kein Crêpe-Teig: Er verträgt eine deutlich heißere Pfanne und will beim Backen in Ruhe gelassen werden. Erst wenn sich der Rand von allein hebt und leicht einrollt, ist die Galette bereit zum Wenden.
Japan-inspiriert · Nicos Rezept · 35 Min · mittel · 3 Personen
Seidentofu – kinugoshi-dōfu – wird in Japan anders hergestellt als der feste Block, den wir kennen: Die Sojamilch gerinnt direkt in der Form, wird nie gepresst und nie geschnitten, weshalb er die Textur von Panna Cotta behält.
450 g Seidentofu (Ersatz: Naturtofu mit 4 EL Wasser fein püriert) · 1½ EL weiße Miso-Paste (Shiro Miso) · 1½ TL geröstetes Sesamöl · 1½ TL Reisessig (o. Zitronensaft) · 450 g Karotten · 1½ EL Honig o. Ahornsirup · 1½ EL helle Sojasauce · 30 g Butter · 250 g grüne Bohnen (aus der Kiste ✓) · 300 g Brokkoli (nur Röschen) · 3 Eier (Größe M) · 150 g Edamame, ausgepult (TK; Ersatz: TK-Erbsen) · 1 Bio-Zitrone (Saft + Abrieb) · 3 EL Olivenöl extra vergine · ½ TL Chiliflocken · 1 Kohlrabi, klein (aus der Kiste ✓) · 8 g frische Minze (Blätter) · 1½ EL Sesam (weiß & schwarz) · ¾ TL Meersalz, schwarzer Pfeffer
Weiches Ei kochen: Wasser in einem kleinen Topf zum sprudelnden Kochen bringen. Die 3 Eier vorsichtig mit einem Löffel hineingleiten lassen und 6:30–7 Min kochen. Sofort in Eiswasser abschrecken und pellen. Zur Seite legen.
Seidentofu-Miso-Creme mixen: 450 g Seidentofu, 1½ EL Shiro Miso, 1½ TL Sesamöl, 1½ TL Reisessig und eine Prise Salz in einen hohen Becher geben und mit dem Stabmixer ca. 30 Sek zu einer seidigen, glänzenden Creme aufschlagen. Bei Zimmertemperatur stehen lassen – nicht kalt servieren.
Karotten glasieren: 450 g Karotten schälen und der Länge nach halbieren (dickere vierteln). 30 g Butter in einer Pfanne aufschäumen lassen, Karotten kurz anschwitzen. 1½ EL Honig und 1½ EL helle Sojasauce einrühren, mit 150 ml Wasser ablöschen. Bei mittlerer Hitze 12–15 Min sanft köcheln, gelegentlich wenden, bis die Karotten weich sind und die Flüssigkeit sirupartig glasiert.
Grünes blanchieren: Parallel einen zweiten Topf mit Salzwasser aufkochen. 250 g grüne Bohnen und 300 g Brokkoliröschen zusammen 3 Min blanchieren, dann 150 g Edamame zugeben und weitere 60 Sek. Abgießen, sofort in Eiswasser abschrecken und auf einem Küchentuch abtropfen lassen.
Kohlrabi-Bänder marinieren: Den Kohlrabi schälen und mit dem Sparschäler in hauchdünne Bänder ziehen. Mit Saft und Abrieb einer halben Zitrone und einer Prise Salz vermengen und 5 Min ziehen lassen – der Kohlrabi wird zart und leicht „gepickelt“.
Edamame-Minz-Salsa: Die Hälfte der blanchierten Edamame grob hacken. Mit 3 EL Olivenöl, dem Saft der zweiten Zitronenhälfte, ½ TL Chiliflocken, den fein geschnittenen Minzblättern und einer Prise Salz vermengen. Kurz durchziehen lassen.
Anrichten: Drei große Teller vorwärmen. Mit dem Rücken eines Löffels die Tofu-Creme in einem eleganten Schwung ausstreichen. Darauf die glasierten Karotten drapieren, Bohnen, Brokkoli und die restlichen Edamame anlehnen. Die Eier halbieren, mittig platzieren, mit Meersalz und Pfeffer würzen. Salsa in kleinen Punkten verteilen, die Kohlrabi-Bänder locker auftürmen und mit 1½ EL Sesam sowie ganzen Minzblättern vollenden.
Tipp: Die Zeitleiste ist der eigentliche Trick: Sobald die Eier ins Wasser gehen, direkt die Karottenpfanne aufsetzen – während sie glasieren, laufen Tofu-Creme, Blanchieren, Kohlrabi und Salsa parallel. Und wer die Karotten am Ende 1 Min unter den heißen Grill schiebt, bekommt eine rauchige Note, die den Teller richtig „restaurantig“ macht.
Russland · Moskau · 60 Min · einfach · 3 Personen · 🍰 Dessert
Die Sharlotka verdankt ihren Namen der englischen Apple Charlotte, doch der russische Kuchen hat mit ihr kaum noch etwas gemein: keine Brotform, keine Creme, nur Ei, Zucker, Mehl und sehr viel Obst.
4 Äpfel (aus der Kiste ✓) · 2 Pfirsiche (aus der Kiste ✓) · 4 Eier (Größe M), zimmerwarm · 200 g Zucker · 200 g Mehl (Type 405) · 1 TL Backpulver · 1 Pck. Vanillezucker · 1 TL Zimt · 1 EL Zitronensaft · 1 Prise Salz · 20 g Butter für die Form · 2 EL Puderzucker zum Bestäuben
Ofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine Springform (24 cm) mit 20 g Butter ausstreichen und den Boden mit Backpapier belegen.
Die 4 Äpfel schälen, vierteln, entkernen und in 1-cm-Spalten schneiden. Die 2 Pfirsiche halbieren, entsteinen und in Spalten schneiden. Beides mit 1 EL Zitronensaft und 1 TL Zimt mischen und in die Form schichten – ruhig hoch aufhäufen.
Die 4 Eier mit 200 g Zucker, 1 Pck. Vanillezucker und 1 Prise Salz 5–6 Min mit dem Handrührgerät auf höchster Stufe hellcremig und dick aufschlagen. Die Masse muss beim Anheben des Rührers als Band abreißen – das ist der einzige Trieb im Kuchen.
200 g Mehl mit 1 TL Backpulver mischen, über die Eimasse sieben und mit einem Teigschaber in drei Portionen vorsichtig unterheben. Nicht rühren, nur falten, sonst fällt die Luft zusammen.
Den Teig gleichmäßig über das Obst gießen und die Form einmal auf die Arbeitsfläche klopfen, damit er in alle Zwischenräume läuft.
45–50 Min backen, bis die Oberfläche goldbraun ist und ein Holzstäbchen sauber herauskommt. Nach 30 Min ggf. mit Alufolie abdecken.
10 Min in der Form abkühlen lassen, dann lösen und stürzen – so liegt das karamellisierte Obst oben. Mit 2 EL Puderzucker bestäuben, lauwarm servieren.
Tipp: Der Kuchen lebt allein von der aufgeschlagenen Eimasse. Zimmerwarme Eier schlagen deutlich mehr Volumen als kalte – notfalls die Eier 5 Min in eine Schüssel mit handwarmem Wasser legen, bevor es losgeht.
Frankreich · Paris · 40 Min · einfach · 3 Personen · 🍰 Dessert
Auguste Escoffier komponierte dieses Dessert um 1864 in Paris und benannte es nach Offenbachs Operette „La belle Hélène“, die damals das Publikum am Théâtre des Variétés begeisterte.
3 Birnen, eher fest (aus der Kiste ✓) · 150 g Zucker · 500 ml Wasser · 1 Vanilleschote (o. 2 Pck. Vanillezucker) · 1 Zitrone (Saft + 2 Streifen Schale) · 150 g Zartbitterschokolade (mind. 60 %) · 100 ml Sahne · 20 g Butter · 500 ml Vanilleeis · 40 g Mandelblättchen
Die 3 Birnen schälen, den Stiel dranlassen und den Boden gerade abschneiden, damit sie stehen. Mit einem Löffel oder Kugelausstecher das Kerngehäuse von unten aushöhlen. Sofort mit Zitronensaft einreiben.
500 ml Wasser mit 150 g Zucker, der längs aufgeschlitzten Vanilleschote und 2 Streifen Zitronenschale in einem engen Topf aufkochen und rühren, bis der Zucker gelöst ist.
Hitze reduzieren, bis der Sirup nur noch zittert (ca. 85 °C, keine Blasen). Die Birnen hineinsetzen, mit einem Stück Backpapier abdecken und 15–20 Min pochieren, je nach Reife. Sie sind fertig, wenn ein Messer ohne Widerstand hineingleitet. Im Sud abkühlen lassen.
Die 40 g Mandelblättchen in einer trockenen Pfanne bei mittlerer Hitze 3–4 Min goldbraun rösten, sofort auf einen Teller schütten – in der Pfanne verbrennen sie nach.
Die 150 g Schokolade grob hacken. 100 ml Sahne und 4 EL vom Birnensud aufkochen, vom Herd nehmen, Schokolade zugeben und 1 Min stehen lassen. Dann glatt rühren und 20 g Butter einarbeiten – die Sauce wird glänzend und dickflüssig.
Je eine Birne mit einer Kugel Vanilleeis in eine vorgekühlte Schale setzen. Die heiße Schokoladensauce am Tisch angießen, mit den gerösteten Mandelblättchen bestreuen und sofort essen.
Tipp: Birnen niemals sprudelnd kochen – bei über 90 °C platzt das Fruchtfleisch auf. Und wer sie einen Tag vorher pochiert und im Sud im Kühlschrank lagert, bekommt Birnen, die bis ins Herz nach Vanille schmecken.
Woche vom 6.–12. August 2026 · aus der Gemüsekiste 🥕
Griechenland · mit Fladenbrot · 45 Min · einfach · 3 Personen
„Ladera“ – „die Öligen“ – nennt man in Griechenland jene Gerichte, in denen Gemüse in Olivenöl und Tomate ganz langsam bis zur Süße geschmort wird.
500 g grüne Bohnen (aus der Kiste ✓) · 2 Zwiebeln · 3 Knoblauchzehen · 1 Dose gehackte Tomaten (400 g) · 2 reife Tomaten (frisch, ca. 300 g) · 1 EL Tomatenmark · 1 TL Zucker · 1 TL getrockneter Oregano · 1 Lorbeerblatt · 1 Zitrone (Saft + Spalten) · ½ Bund glatte Petersilie · 200 g Feta · 1 Fladenbrot o. Bauernbrot · 6 EL Olivenöl, Salz, Pfeffer
Die 500 g Bohnen putzen und in 4-cm-Stücke schneiden. Die 2 Zwiebeln in feine Halbringe, die 3 Knoblauchzehen in Scheiben schneiden. Die 2 frischen Tomaten grob würfeln.
In einem weiten Topf 6 EL Olivenöl erwärmen – nicht zu heiß, es soll nur simmern. Zwiebeln 6–7 Min glasig schmoren, dann Knoblauch und 1 EL Tomatenmark 1 Min mitrösten.
Die frischen Tomatenwürfel und die Dose gehackte Tomaten (400 g) zugeben, 1 TL Zucker, 1 TL Oregano, 1 Lorbeerblatt, Salz und Pfeffer einrühren.
Die Bohnen unterrühren und 200 ml Wasser angießen – die Bohnen sollen knapp bedeckt sein. Halb zugedeckt bei kleiner Hitze 25–30 Min schmoren, gelegentlich umrühren, bis die Bohnen weich sind und die Sauce leicht sirupartig glänzt.
Vom Herd nehmen, Lorbeer entfernen, mit dem Saft einer halben Zitrone und der gehackten Petersilie abschmecken.
Auf einer Platte anrichten, den 200 g Feta grob darüberbröseln, mit den restlichen Zitronenspalten und Brot servieren – lauwarm schmeckt es sogar besser als heiß.
Tipp: „Latholemono“ ist der Griechen-Trick am Ende: 2 EL Olivenöl mit dem Zitronensaft in eine Tasse geben, kräftig schlagen und über das Gericht träufeln – das gibt den letzten Glanz und die charakteristische Ladera-Emulsion.
Peperonata ist die piemontesische Antwort auf den Spätsommer, wenn die Paprika von Carmagnola auf den Markt kommen – dieselben, die dort jedes Jahr im September mit einem eigenen Festival gefeiert werden.
3 Paprika, gemischt rot/gelb (aus der Kiste ✓) · 2 Zwiebeln · 3 Knoblauchzehen · 1 Dose gehackte Tomaten (400 g) · 1 EL Tomatenmark · 2 EL Weißweinessig (o. Rotweinessig) · 1 TL Zucker · 1 Zweig Rosmarin (o. 1 TL getrocknet) · 2 Lorbeerblätter · 50 g schwarze Oliven (Kalamata, entsteint) · 1 EL Kapern (optional) · 250 g Polenta (Instant o. klassisch) · 1 l Gemüsebrühe (für die Polenta) · 60 g Parmesan o. vegetarischer Hartkäse, gerieben · 40 g Butter · 6 EL Olivenöl, Salz, Pfeffer
Die 3 Paprika in daumenbreite Streifen schneiden, die 2 Zwiebeln in feine Halbringe, die 3 Knoblauchzehen in Scheiben.
In einem weiten Topf 6 EL Olivenöl erwärmen. Zwiebeln bei mittlerer Hitze 8 Min goldgelb schmoren, dann Knoblauch, 1 EL Tomatenmark, Rosmarin und 2 Lorbeerblätter 1 Min mitrösten.
Paprika zugeben, salzen und 5 Min mitschmoren. 2 EL Essig angießen und komplett verdampfen lassen – das nimmt die Schärfe und lässt Süße zurück.
Dose Tomaten (400 g), 1 TL Zucker und Pfeffer einrühren. Zugedeckt 20 Min bei kleiner Hitze schmoren, dann Deckel ab und weitere 5 Min offen einreduzieren – die Paprika sollen fast schmelzen, die Sauce leicht sirupartig glänzen.
Für die Polenta 1 l Gemüsebrühe aufkochen und die 250 g Polenta unter Rühren mit dem Schneebesen einrieseln lassen. Bei kleiner Hitze 5–8 Min quellen lassen (Instant: 3 Min), immer wieder umrühren. Zum Schluss 40 g Butter und 40 g Parmesan einrühren – die Polenta muss zähflüssig vom Löffel gleiten, keinesfalls fest werden.
Kurz vor dem Servieren die 50 g Oliven und die 1 EL Kapern unter die Peperonata heben, Lorbeer und Rosmarin entfernen und mit Salz abschmecken.
Polenta breit auf tiefe Teller streichen, Peperonata darauf schöpfen, restlichen Parmesan darüber. Ein Fingerhut Olivenöl obendrauf.
Tipp: Der Weinessig-Schock ist das Piemont-Geheimnis: Bei voller Hitze angießen und komplett verkochen lassen. Er zieht die Süße aus der Paprika hervor und macht die Sauce erst rund – bloß nicht weglassen.
Tschechien · Böhmen · 50 Min · einfach · 3 Personen
Die böhmische Küche ist eine große Familie von samtigen weißen Soßen – „omáčky“ –, die zu Fleisch oder auch nur zu Brot serviert werden.
2 Kohlrabi, ca. 700 g (aus der Kiste ✓) · 30 g Butter · 2 EL Mehl · 500 ml Milch · 200 ml Gemüsebrühe · 100 g saure Sahne o. Schmand · 1 TL Weißweinessig (o. Zitronensaft) · ½ TL Muskatnuss · ½ Bund Petersilie o. junge Kohlrabi-Blätter · 800 g mehlig kochende Kartoffeln · 2 Eier · 3 EL Mehl (für die Puffer) · 2 Knoblauchzehen · 1 TL Majoran, getrocknet · Öl o. Butterschmalz zum Braten, Salz, Pfeffer
Die 800 g Kartoffeln schälen und fein reiben (grobe Küchenreibe). In ein Sieb geben, salzen und 10 Min abtropfen lassen, dann kräftig ausdrücken.
Die 2 Kohlrabi schälen (das Innere weißliche, nicht das grüne) und in kleine Würfel oder feine Streifen (Julienne) schneiden. Zarte Kohlrabi-Blätter, falls dran, waschen und in Streifen schneiden.
In einem Topf 30 g Butter aufschäumen, die Kohlrabi-Würfel 3 Min mitziehen lassen. 2 EL Mehl einrühren und 1 Min mitrösten, ohne dass es Farbe nimmt (weiße Schwitze).
Nach und nach 500 ml Milch und 200 ml Brühe einrühren, kräftig mit dem Schneebesen glattziehen. Zugedeckt 15–18 Min sanft köcheln, bis die Kohlrabi weich sind. ½ TL Muskat, Salz und Pfeffer.
Vom Herd nehmen, 100 g saure Sahne und 1 TL Essig einrühren – nicht mehr kochen lassen. Die gehackte Petersilie unterheben. Abschmecken; die Sauce darf leicht säuerlich sein.
Für die Bramboráky die ausgedrückten Kartoffelraspel mit 2 Eiern, 3 EL Mehl, 2 gepressten Knoblauchzehen, 1 TL Majoran, Salz und Pfeffer verrühren.
In einer weiten Pfanne reichlich Öl stark erhitzen. Pro Puffer 2 EL Masse hineingeben, mit dem Löffel flach zu 8–9 cm Fladen drücken. Je Seite 3–4 Min goldbraun braten, auf Küchenpapier abtropfen. Warm halten, während die restlichen Puffer backen.
Bramboráky mit dem Kohlrabi-Rahmgemüse anrichten.
Tipp: Kartoffeln vor dem Braten wirklich trocken drücken – am besten in ein Küchentuch schlagen und wringen. Nur trockene Raspel werden außen glasig-knusprig statt schwammig. Und Öl immer heiß, sonst saugen sich die Puffer voll.
China · Sichuan-Fusion · 40 Min · einfach · 3 Personen
„Bang Bang“ heißt in der Sichuan-Küche eigentlich das Klopfgeräusch, mit dem man Hühnerfleisch weichhämmert – das berühmte Bang Bang Ji vom Straßenstand in Chengdu.
1 Brokkoli, ca. 500 g (aus der Kiste ✓) · 6 EL Speisestärke · 4 EL Mehl · 150 ml kaltes Wasser · 3 EL Mayonnaise · 3 EL Sweet Chili Sauce · 1 TL Sriracha (o. 1 TL Sambal Oelek) · 1 TL Reisessig · 1 TL Sojasauce · 300 g Jasminreis (am Vortag gekocht, ausgekühlt) · 2 Eier · 3 Frühlingszwiebeln (o. 1 Bund Schnittlauch) · 2 Knoblauchzehen · 1 daumengroßes Stück Ingwer · 3 EL Sojasauce (für den Reis) · 1 TL Sesamöl · 1 TL Sesam · Öl zum Frittieren + 2 EL neutrales Öl für den Wok, Salz
Zuerst den Reis vorbereiten: 300 g Jasminreis am Vortag (oder mindestens 3 Std vor dem Kochen) mit 330 ml Wasser und 1 Prise Salz kochen, danach im Kühlschrank vollständig auskühlen lassen – nur so klumpt er in der Pfanne nicht.
Den 1 Brokkoli in kleine Röschen teilen (Strunk schälen und ebenfalls in Stücke – schmeckt großartig). Trocken tupfen.
Für die Bang-Bang-Sauce 3 EL Mayo, 3 EL Sweet Chili Sauce, 1 TL Sriracha, 1 TL Reisessig und 1 TL Sojasauce verrühren. Beiseitestellen.
Für den Teig 6 EL Speisestärke, 4 EL Mehl, 150 ml kaltes Wasser und 1 TL Salz glattrühren. In einem Topf o. Wok Öl auf 175 °C erhitzen (ca. 3 cm hoch; ein Holzstäbchen sprudelt sofort).
Brokkoli-Röschen einzeln durch den Teig ziehen und in Portionen 3–4 Min goldbraun frittieren, auf Küchenpapier abtropfen.
Für den Reis Frühlingszwiebeln in feine Ringe, 2 Knoblauchzehen und den daumengroßen Ingwer fein hacken. Die 2 Eier verquirlen.
In einer weiten Pfanne o. Wok 2 EL Öl stark erhitzen. Eier hineingießen und 30 Sek stocken lassen, dann grob zerteilen und an den Rand schieben. Knoblauch, Ingwer und weiße Frühlingszwiebel-Teile 30 Sek anbraten.
Den kalten Reis dazu, mit dem Wender pressen und wenden, 3 Min bei hoher Hitze rösten. 3 EL Sojasauce und 1 TL Sesamöl angießen, grünes Frühlingszwiebel-Grün und 1 TL Sesam unterheben.
Reis in Schalen füllen, den frittierten Brokkoli darauf, großzügig mit der Bang-Bang-Sauce beträufeln und mit dem restlichen Frühlingszwiebel-Grün bestreuen.
Tipp: Der Reis muss kalt und trocken sein – frisch gekochter Reis wird in der Pfanne pampig. Chinesische Wok-Köche schwören: „Fried rice starts yesterday.“ Also am Vorabend kochen und ausbreitend abkühlen, dann klebt er nicht.
Schweiz · Berner Küche · 45 Min · einfach · 3 Personen
Die Rösti ist die goldene Nationalflagge der Deutschschweiz – so sehr, dass die Sprachgrenze zwischen Deutsch- und Westschweiz in der Umgangssprache „Röstigraben“ heißt.
1 kg festkochende Kartoffeln · 60 g Butter · 3 EL neutrales Öl · 4 Äpfel (aus der Kiste ✓; Boskoop o. Elstar ideal) · 2 Zwiebeln · 2 EL brauner Zucker · 3 EL Apfelessig · 1 Zimtstange (o. 1 TL Zimt) · 2 Nelken · 1 Prise Muskatnuss · 150 g Crème fraîche · 2 EL Meerrettich, frisch gerieben o. aus dem Glas · 1 TL Zitronensaft · 1 EL Schnittlauch, in Röllchen · Salz, Pfeffer
Am besten schon am Vortag: die 1 kg Kartoffeln in der Schale in Salzwasser 20 Min knapp gar kochen (mit dem Messer noch etwas Widerstand). Auskühlen lassen, schälen, kaltstellen – kalte Kartoffeln reiben besser und rösten knuspriger.
Für das Kompott die 4 Äpfel schälen, entkernen und in 1,5-cm-Würfel schneiden. Die 2 Zwiebeln in feine Halbringe schneiden.
In einem Topf 20 g Butter aufschäumen, Zwiebeln 5 Min glasig schmoren. 2 EL braunen Zucker und 3 EL Apfelessig dazu, 1 Min karamellisieren.
Äpfel, Zimtstange, 2 Nelken, 1 Prise Muskat und eine Prise Salz zugeben. Halb zugedeckt bei kleiner Hitze 12–15 Min schmoren, bis die Äpfel weich sind, aber noch Biss haben. Zimt und Nelken herausfischen; warm stellen.
Für die Meerrettich-Creme 150 g Crème fraîche, 2 EL Meerrettich, 1 TL Zitronensaft und eine Prise Salz verrühren. Kaltstellen.
Die Kartoffeln auf einer Röstiraffel (grobe Reibe) grob raspeln, salzen und pfeffern, aber nicht kneten.
In einer beschichteten Pfanne (28 cm) 3 EL Öl und 20 g Butter erhitzen. Raspel locker einfüllen, mit dem Wender zu einer Scheibe formen und leicht andrücken. Bei mittlerer Hitze 8–10 Min goldbraun rösten.
Zum Wenden einen Teller auflegen, umdrehen, die restlichen 20 g Butter in die Pfanne, Rösti zurückgleiten lassen und weitere 8–10 Min braten.
Rösti in Kuchenstücke schneiden, mit warmem Apfelkompott und einem Klecks Meerrettich-Creme anrichten, mit Schnittlauch bestreuen.
Tipp: Berner Rösti-Regel: „Rüebli reiben, nicht raspeln“ – gemeint sind grobe Fäden, keine Schnippsel. Und die Pfanne muss richtig heiß sein, bevor die Kartoffeln rein kommen, sonst gibt's keine Kruste. Zwischen den Wendungen kurz Rand nachbuttern – so bleibt der Boden knusprig.
Österreich · Wien · Dessert · 100 Min · mittel · 3 Personen · 🍰 Dessert
Buchteln – auch „Wuchteln“ oder „Rohrnudeln“ – sind seit dem 18.
400 g Mehl (Type 550) · 60 g Zucker · ½ Würfel frische Hefe (21 g) o. 1 Pck. Trockenhefe · 200 ml Milch, lauwarm · 60 g Butter, geschmolzen (für den Teig) · 2 Eigelb · 1 Pck. Vanillezucker · 1 Zitrone (Abrieb) · 1 Prise Salz · 300 g Blaubeeren (aus der Kiste ✓) · 60 g Puderzucker · 40 g Butter, geschmolzen (zum Bestreichen) · 500 ml Milch (für die Sauce) · 100 ml Sahne · 2 Eigelb (für die Sauce) · 50 g Zucker (für die Sauce) · 1 Pck. Vanillezucker (für die Sauce; o. 1 Vanilleschote) · 2 TL Speisestärke · Butter für die Form
200 ml Milch lauwarm erwärmen, 60 g Zucker und die zerbröselte Hefe darin auflösen. 10 Min stehen lassen, bis es leicht schäumt.
400 g Mehl in eine Schüssel geben, mit 1 Prise Salz, dem Abrieb der Zitrone, 1 Pck. Vanillezucker mischen. Hefe-Milch, 60 g geschmolzene Butter und die 2 Eigelb zugeben und in der Küchenmaschine 8 Min zu einem seidigen, weichen Teig kneten (er soll sich vom Schüsselrand lösen, aber am Boden noch leicht kleben).
Teig abgedeckt an einem warmen Ort 60 Min gehen lassen, bis er sich verdoppelt hat.
Eine Auflaufform (ca. 22×22 cm) mit Butter einfetten. Den Teig auf leicht bemehlter Fläche in 12 gleich große Stücke teilen, jedes flach drücken.
Je 1 gehäuften TL Blaubeeren in die Mitte geben, den Teig darum zu einer Kugel zusammenziehen und die Naht gut verschließen (sonst laufen die Beeren aus). Naht nach unten dicht an dicht in die Form setzen.
Die Buchteln mit 40 g geschmolzener Butter bestreichen und weitere 20 Min gehen lassen. Ofen auf 180 °C (Ober-/Unterhitze) vorheizen.
25–30 Min goldbraun backen. Nach dem Backen dick mit 60 g Puderzucker bestäuben – heiß aus dem Rohr am schönsten.
Für die Vanillesauce 500 ml Milch und 100 ml Sahne mit 1 Pck. Vanillezucker aufkochen. 2 Eigelb, 50 g Zucker und 2 TL Speisestärke verrühren, mit einem Schuss der heißen Milch temperieren, dann in den Topf zurückgießen und unter Rühren bei kleiner Hitze 2–3 Min zur seidigen Sauce ziehen (nicht kochen). Warm oder kalt zu den Buchteln reichen.
Tipp: Buchteln müssen richtig gehen dürfen – zweimal, und beim zweiten Mal in der Form dicht an dicht. Nur so kleben sie beim Backen aneinander und lassen sich später zart wie Wolken „auseinanderreißen“. Wer will, würfelt eine kalte Butterflocke zwischen zwei Buchteln – schmilzt beim Backen und macht sie noch saftiger.
USA · Pennsylvania · Dessert · 25 Min · einfach · 3 Personen · 🍰 Dessert
1904 setzt der junge Pharmaziehelfer David Strickler in seiner Apotheke in Latrobe, Pennsylvania, eine längs halbierte Banane in eine schmale Glas-Schüssel, legt drei Kugeln Eis darauf und übergießt das Ganze mit drei Saucen – Schokolade, Erdbeere, Ananas.
3 reife Bananen (aus der Kiste ✓) · 2 Pfirsiche (aus der Kiste ✓) · 2 EL Butter · 2 EL brauner Zucker · 1 EL Zitronensaft · 1 Pck. Vanillezucker · 500 ml Vanilleeis · 100 g Zartbitterschokolade · 50 ml Sahne (für die Schokosauce) · 200 ml Sahne (für die Schlagsahne) · 1 TL Puderzucker · 40 g Erdnüsse o. gehackte Mandeln, geröstet · 6 Cocktailkirschen (optional; Rewe/Aldi Konservenregal) · 2 EL Ahornsirup o. Honig
Die 2 Pfirsiche halbieren, entsteinen und jede Hälfte in 5 Fächerspalten schneiden.
In einer Pfanne 2 EL Butter aufschäumen, 2 EL braunen Zucker und 1 Pck. Vanillezucker einrühren. Pfirsichspalten hineingeben und 3–4 Min bei mittlerer Hitze sanft karamellisieren, dabei ein-, zweimal wenden. Mit 1 EL Zitronensaft und 2 EL Ahornsirup ablöschen, 30 Sek reduzieren. Vom Herd, lauwarm abkühlen lassen.
Für die Schokosauce 100 g Zartbitterschokolade grob hacken. 50 ml Sahne aufkochen, vom Herd nehmen, Schokolade einrühren, bis sie glatt und glänzend ist.
200 ml Sahne mit 1 TL Puderzucker steif schlagen.
40 g Erdnüsse in einer trockenen Pfanne kurz golden anrösten und grob hacken.
Die 3 Bananen schälen und jeweils der Länge nach halbieren. Pro Person eine Banane längs in eine flache, längliche Schale legen.
Zwischen die Bananenhälften pro Person 3 kleine Kugeln Vanilleeis setzen. Die karamellisierten Pfirsichspalten fächerartig zwischen den Eiskugeln verteilen.
Großzügig die warme Schokosauce über die Eiskugeln fließen lassen. Sahne-Rosetten dazwischen setzen, mit gerösteten Erdnüssen bestreuen und je eine Cocktailkirsche obenauf – Diner-Style.
Tipp: Die Bananen kurz vor dem Servieren aufschneiden – sie werden sonst braun. Und das Eis auf gekühlten Tellern anrichten: Strickler servierte 1904 in Eis-gefüllten Schalen, damit „nichts unterwegs zerläuft“. Ein Trick, der bis heute Gold wert ist.
Woche vom 23.–29. Juli 2026 · aus der Gemüsekiste 🥕
In Apulien, dem Absatz des italienischen Stiefels, sind Orecchiette („Öhrchen“) Familiensache: In den Gassen von Bari Vecchia sitzen die Frauen bis heute vor ihren Haustüren und formen die kleinen Teigohren mit einer einzigen Daumenbewegung.
400 g Orecchiette (Rewe; Ersatz: Penne o. Conchiglie) · 2 Brokkoli, ca. 800 g (aus der Kiste ✓) · 4 Knoblauchzehen · 1 Zitrone (Abrieb + Saft) · 1 TL Chiliflocken · 40 g Semmelbrösel · 40 g Mandeln, gehackt · 60 g Parmesan o. vegetarischer Hartkäse, gerieben · 6 EL Olivenöl, Salz
Die 2 Brokkoli in kleine Röschen teilen; die Strünke schälen und fein würfeln – sie schmecken süßlich-mild und kommen einfach mit.
Reichlich Salzwasser aufkochen und die 400 g Orecchiette hineingeben. 5 Min vor Ende der Garzeit Brokkoli-Röschen und -Strunk einfach zu den Nudeln geben und mitkochen. 1 Tasse Nudelwasser abschöpfen, dann alles zusammen abgießen.
Inzwischen für das Pangrattato 40 g Semmelbrösel und 40 g gehackte Mandeln in 2 EL Olivenöl goldbraun rösten, mit einer Prise Salz und dem Abrieb der Zitrone mischen, herausnehmen.
In derselben Pfanne 4 EL Olivenöl erwärmen, die 4 in Scheiben geschnittenen Knoblauchzehen und 1 TL Chiliflocken bei mittlerer Hitze hellgolden werden lassen – nicht bräunen.
Nudeln und Brokkoli in die Pfanne geben, einen Schluck Nudelwasser zugeben und 2 Min schwenken; dabei einen Teil des Brokkolis mit dem Löffel zerdrücken, bis eine grüne, sämige Sauce entsteht.
Mit dem Saft von ½ Zitrone und Salz abschmecken, 60 g geriebenen Parmesan unterrühren.
Auf Tellern mit dem Zitronen-Pangrattato bestreuen und sofort servieren.
Tipp: Das stärkehaltige Nudelwasser ist der Schlüssel – es bindet Öl und Brokkoli zur cremigen Emulsion. Schluckweise zugeben und schwenken statt rühren, wie in Bari.
Ungarn · mit Bauernbrot · 40 Min · einfach · 3 Personen
Lecsó ist Ungarns Sommer in einem Topf – das Gericht jener Wochen, in denen sich Paprika und Tomaten auf den Märkten türmen.
3 Paprika (aus der Kiste ✓) · 1 große Tomate (Kiste ✓) · 2 Zwiebeln (Kiste ✓) · 1 Dose gehackte Tomaten (400 g) · 2 EL Paprikapulver edelsüß · ½ TL Chiliflocken (o. 1 TL Paprika scharf) · 1 TL Zucker · 6 Eier · 150 g Schmand · 1 Bauernbrot o. Landbrot · 2 EL Öl o. Butterschmalz, Salz, Pfeffer
Die 2 Zwiebeln in feine Halbringe schneiden, die 3 Paprika in daumenbreite Streifen, die 1 große Tomate grob würfeln.
In einem weiten Topf 2 EL Öl erhitzen und die Zwiebeln bei mittlerer Hitze 5–7 Min goldgelb schmoren – sie geben dem Lecsó seine Süße.
Topf kurz vom Herd ziehen und 2 EL Paprikapulver einrühren, dann sofort die Paprikastreifen zugeben – so verbrennt das Pulver nicht.
Tomatenwürfel, die Dose gehackte Tomaten (400 g), 1 TL Zucker und ½ TL Chiliflocken zugeben, salzen. Halb zugedeckt 15–20 Min sanft schmoren, bis die Paprika weich, aber nicht zerfallen sind.
Die 6 Eier mit etwas Salz verquirlen und direkt ins köchelnde Lecsó gießen; 1–2 Min stocken lassen und nur grob durchziehen – es sollen sichtbare Ei-Stücke bleiben.
Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Mit je einem Klecks von den 150 g Schmand und dicken Scheiben Bauernbrot servieren.
Tipp: Paprikapulver niemals in sprudelnd heißem Fett rösten – abseits der Hitze einrühren und sofort ablöschen, sonst wird das ganze Gericht bitter. Das ist die wichtigste Regel der ungarischen Küche.
Österreich · Wirtshausklassiker · 50 Min · mittel · 3 Personen
Das Schnitzel ist Wiens berühmtester Kulturexport, und die goldene Brösel-Panier gilt dort als kleine Kunstform – sie soll sich „soufflieren“, also luftig in Wellen vom Kern lösen.
1 großer Kohlrabi (aus der Kiste ✓) · 1 Gurke (Kiste ✓) · 800 g festkochende Kartoffeln · 2 Eier · 80 g Mehl · 120 g Semmelbrösel · 150 g saure Sahne o. Joghurt · ½ Bund Dill · ½ Bund Petersilie · 1 Zitrone (in Spalten) · 1 EL Butter · Öl o. Butterschmalz zum Braten, Salz, Pfeffer, Muskat, 1 TL Essig, 1 Prise Zucker
Die 800 g Kartoffeln schälen, vierteln und in Salzwasser 15–18 Min gar kochen.
Den Kohlrabi schälen und in 8–9 Scheiben von ca. 1 cm schneiden. In Salzwasser 5–6 Min vorgaren – gerade eben weich. Abtropfen, trocken tupfen und mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen.
Für den Salat die Gurke hauchdünn hobeln, leicht salzen, 10 Min ziehen lassen und ausdrücken. Mit 150 g saurer Sahne, dem gehackten Dill, 1 TL Essig und 1 Prise Zucker anmachen, kaltstellen.
Panierstraße bauen: 80 g Mehl, die 2 verquirlten Eier, 120 g Semmelbrösel. Die Kohlrabischeiben erst im Mehl, dann im Ei, dann in den Bröseln wenden – Brösel nur locker andrücken.
Reichlich Öl o. Butterschmalz (ca. ½ cm hoch) in einer großen Pfanne erhitzen. Schnitzel 2–3 Min pro Seite goldbraun backen; dabei die Pfanne sanft schwenken, damit heißes Fett über die Panier schwappt. Auf Küchenpapier abtropfen.
Kartoffeln abgießen und mit 1 EL Butter und der gehackten Petersilie schwenken.
Schnitzel mit Zitronenspalten, Gurkensalat und Kartoffeln anrichten.
Tipp: Das Schwenken der Pfanne ist der Wiener Trick: Schwappt heißes Fett über die Oberseite, bläht sich die Panier in Wellen auf und wird extraknusprig – „souffliert“ wie im Wirtshaus.
Korea · Regentage-Klassiker · 35 Min · einfach · 3 Personen
Pajeon – wörtlich „Frühlingszwiebel-Pfannkuchen“ – ist Koreas berühmtestes Regenwetter-Essen.
1 Bund Frühlingszwiebeln (aus der Kiste ✓) · 2 Karotten (Kiste ✓) · ½ Zucchini (Kiste ✓) · 200 g Mehl · 50 g Speisestärke (Ersatz für Reismehl) · 1 Ei · 300 ml eiskaltes Wasser · 4 EL Sojasauce (für den Dip) · 1 EL Reisessig · 1 TL Sesamöl · 1 TL Sesam · ½ TL Zucker · 6 EL Öl zum Braten, Salz, Chiliflocken
Für den Dip 4 EL Sojasauce, 1 EL Reisessig, 1 TL Sesamöl, ½ TL Zucker, 1 TL Sesam und Chiliflocken nach Geschmack verrühren.
Die Frühlingszwiebeln putzen und in 6–8 cm lange Stücke schneiden, dicke Enden längs halbieren. Die 2 Karotten und die ½ Zucchini in feine Stifte schneiden.
200 g Mehl, 50 g Speisestärke und 1 TL Salz mischen. 300 ml eiskaltes Wasser und das Ei zugeben und nur grob verrühren – Klümpchen sind ausdrücklich erlaubt.
Das Gemüse locker unter den Teig heben.
In einer großen Pfanne 3 EL Öl stark erhitzen. Die Hälfte der Masse hineingeben, ca. 1 cm dick ausstreichen und 3–4 Min braten, bis die Unterseite tief goldbraun ist.
Beherzt wenden (Teller-Trick: auf einen Teller gleiten lassen, umgedreht zurück in die Pfanne) und weitere 3 Min knusprig braten. Mit 3 EL Öl und der zweiten Teighälfte wiederholen.
In Stücke schneiden und heiß mit dem Dip servieren.
Tipp: Eiskaltes Wasser + wenig Rühren = knusprig. Wird der Teig glatt gerührt, entwickelt sich Gluten und der Pfannkuchen wird zäh statt kross. Profis stellen die Teigschüssel sogar in Eiswasser.
Iran · mit Safran & Zimt · 60 Min · mittel · vegan · 3 Personen
Polo – der kunstvoll gedämpfte Reis – ist das Herz der persischen Küche, und Lubia Polo („Bohnen-Reis“) gehört zu ihren beliebtesten Alltagsgerichten: duftender Basmati, geschichtet mit grünen Bohnen, Tomate, Zimt und Kurkuma.
350 g Basmatireis · 400 g grüne Bohnen (aus der Kiste ✓) · 2 Zwiebeln (Kiste ✓) · 3 EL Tomatenmark · 1 TL Kurkuma · 1½ TL Zimt · ½ TL Pfeffer · 1 Msp. Safranfäden (Rewe; Ersatz: ½ TL Kurkuma extra) · 6 EL Öl, Salz · optional: Joghurt zum Servieren (vegan: Sojajoghurt)
Die 350 g Basmatireis in kaltem Wasser waschen, bis es klar bleibt, dann in reichlich gesalzenem Wasser 6–7 Min nur halb garen und abgießen – außen weich, innen noch fest.
Die 400 g Bohnen putzen und in 3-cm-Stücke schneiden, die 2 Zwiebeln würfeln.
Zwiebeln in 3 EL Öl goldbraun braten. 3 EL Tomatenmark, 1 TL Kurkuma, 1½ TL Zimt und ½ TL Pfeffer 1 Min mitrösten.
Bohnen und 150 ml Wasser zugeben, salzen und zugedeckt 8 Min vorschmoren.
In einem beschichteten Topf 3 EL Öl erhitzen. Schichten: ⅓ Reis, die Hälfte der Bohnenmischung, ⅓ Reis, restliche Bohnen, restlicher Reis – als lockerer Hügel, nicht andrücken.
Mit dem Kochlöffelstiel 4–5 Löcher bis zum Boden stechen (Dampfkanäle). Den Deckel in ein Geschirrtuch wickeln, fest auflegen und bei kleinster Hitze 30–35 Min dämpfen.
1 Msp. Safran in 2 EL heißem Wasser lösen und über den fertigen Reis träufeln. Den Topf beherzt auf eine Platte stürzen – die goldene Tahdig-Kruste kommt nach oben.
Tipp: Das eingewickelte Geschirrtuch fängt das Kondenswasser auf – ohne wird der Reis matschig statt locker. Und der Tahdig gehört fair geteilt … oder man nutzt das Vorrecht des Kochs.
Frankreich · Dessert · 30 Min · einfach · 3 Personen · 🍰 Dessert
Die Pêche Melba ist ein Stück Belle Époque: Auguste Escoffier, der „König der Köche“, erfand sie 1893 im Londoner Savoy für die australische Operndiva Nellie Melba.
2 reife Pfirsiche (aus der Kiste ✓) · 300 g Himbeeren (TK, aufgetaut, o. frisch) · 60 g Puderzucker · 80 g Zucker · 1 Pck. Vanillezucker · 500 ml Vanilleeis · 2 EL Mandelblättchen (optional) · 1 Spritzer Zitronensaft
500 ml Wasser mit 80 g Zucker und 1 Pck. Vanillezucker aufkochen. Die 2 Pfirsiche halbieren, entsteinen und 3–4 Min im siedenden Sud pochieren.
Die Hälften herausheben und kurz kalt abschrecken – die Haut lässt sich jetzt einfach abziehen. Im Kühlschrank ganz auskühlen lassen.
Für die Sauce die 300 g Himbeeren mit 60 g Puderzucker und 1 Spritzer Zitronensaft pürieren und durch ein Sieb streichen – die Kerne bleiben zurück.
Die 2 EL Mandelblättchen in einer trockenen Pfanne goldbraun rösten.
Pro Person 1–2 Kugeln von den 500 ml Vanilleeis in ein gekühltes Glas setzen und je eine Pfirsichhälfte darauflegen.
Großzügig mit der Himbeersauce überziehen, mit Mandelblättchen bestreuen und sofort servieren.
Tipp: Escoffiers Reihenfolge ist Programm: Die Sauce kommt immer über den Pfirsich, nie unters Eis – sie soll als glänzender Mantel auf der Frucht liegen. Sehr reife Pfirsiche brauchen nur 2 Min im Sud.
USA · Dessert · 70 Min · einfach · 3 Personen · 🍰 Dessert
In amerikanischen Gärten ist die Zucchini berüchtigt: Eine einzige Pflanze liefert im Sommer mehr, als eine Familie essen kann.
300 g Zucchini, ca. 1½ Stück (aus der Kiste ✓) · 220 g Mehl · 50 g Backkakao · 180 g Zucker · 1 Pck. Vanillezucker · 2 Eier · 120 ml neutrales Öl · 1 Pck. Backpulver · 1 TL Zimt · 1 Prise Salz · 100 g Zartbitterschokolade, gehackt · Butter + Mehl für die Form
Ofen auf 175 °C (Ober-/Unterhitze) vorheizen. Eine Kastenform (ca. 25 cm) mit Butter fetten und mit Mehl ausstäuben.
Die 300 g Zucchini fein raspeln – nicht auspressen! Die Feuchtigkeit ist das Geheimnis dieses Kuchens.
Die 2 Eier mit 180 g Zucker und 1 Pck. Vanillezucker 2–3 Min schaumig schlagen, dann 120 ml Öl unterschlagen.
220 g Mehl, 50 g Backkakao, 1 Pck. Backpulver, 1 TL Zimt und 1 Prise Salz mischen und nur kurz unterrühren.
Zucchiniraspel und 80 g der gehackten Schokolade unterheben. Teig in die Form füllen und mit den restlichen 20 g Schokolade bestreuen.
50–60 Min backen (Stäbchenprobe: feuchte Krümel ja, roher Teig nein).
15 Min in der Form ruhen lassen, dann stürzen und auskühlen. Schmeckt am zweiten Tag noch saftiger.
Tipp: Zucchini für Kuchen immer fein raspeln und mitsamt Saft verwenden – anders als bei Puffern ist Feuchtigkeit hier erwünscht. Wer mag, ersetzt 2 EL Öl durch kalten starken Kaffee: hebt den Kakao, ohne dass man ihn schmeckt.
Woche vom 17.–23. Juli 2026 · aus der Gemüsekiste 🥕
Marokko · mit Aprikosen & Mandeln · 45 Min · einfach · vegan · 3 Personen
Die Tajine ist eigentlich kein Gericht, sondern ein Gefäß: der Tontopf mit dem berühmten Kegeldeckel, den die Berber Nordafrikas seit Jahrhunderten nutzen.
600 g Karotten (aus der Kiste ✓) · 2 Zwiebeln (Kiste ✓) · 3 Tomaten (Kiste ✓) · 1½ Dosen Kichererbsen (600 g) · 250 g Couscous · 100 g getrocknete Aprikosen · 50 g Mandeln · 2 TL Ras el Hanout (o. 1 TL Kreuzkümmel + ½ TL Zimt + 1 TL Paprika) · 1 EL Honig o. Ahornsirup · 1 Zitrone · ½ Bund Petersilie o. Koriander · 3 EL Olivenöl · 500 ml Gemüsebrühe, Salz
Die 600 g Karotten schälen und in daumendicke Schräg-Stücke schneiden, die 2 Zwiebeln in Spalten, die 3 Tomaten grob würfeln, die 100 g Aprikosen halbieren.
In einem Schmortopf 3 EL Olivenöl erhitzen, Zwiebeln 3 Min anschwitzen. 2 TL Ras el Hanout zugeben und 30 Sekunden duftend rösten.
Karotten, Tomaten und Aprikosen zugeben, 200 ml Gemüsebrühe angießen, Deckel drauf und 20 Min sanft schmoren.
Inzwischen die 50 g Mandeln grob hacken und in einer trockenen Pfanne goldbraun rösten.
Die Kichererbsen (600 g, abgespült) und 1 EL Honig in den Topf geben, 5 Min mitschmoren. Mit Salz und dem Saft von ½ Zitrone abschmecken.
Den 250 g Couscous mit 300 ml kochender Gemüsebrühe übergießen, abgedeckt 5 Min quellen lassen, mit der Gabel auflockern.
Tajine auf dem Couscous anrichten, mit Mandeln, gehackter Petersilie und Zitronenspalten servieren.
Tipp: Gewürze immer kurz im heißen Öl „aufblühen“ lassen, bevor Flüssigkeit dazukommt – das entfaltet die ätherischen Öle. Der geschlossene Deckel ersetzt den Tajine-Kegel.
Indien · mit Basmatireis · 40 Min · einfach · vegan · 3 Personen
Aloo Gobi – Kartoffel mit Blumenkohl – ist eines der bekanntesten Alltagsgerichte Nordindiens, ein sogenanntes Sabzi, wie es in Punjabi-Küchen täglich auf den Tisch kommt.
600 g Kartoffeln (aus der Kiste ✓) · 1 Brokkoli, ca. 400 g (Kiste ✓) · 4 Tomaten (Kiste ✓) · 1 Zwiebel (Kiste ✓) · 1 Dose Kokosmilch (400 ml) · 2 Knoblauchzehen · 1 Stück Ingwer (daumengroß) · 2 TL Garam Masala o. Currypulver · 1 TL Kurkuma · ½ TL Chiliflocken · 225 g Basmatireis · 2 EL Öl, Salz · ½ Bund Koriander (optional)
225 g Basmatireis abspülen und garen.
Die 600 g Kartoffeln schälen und in 2-cm-Würfel schneiden, den Brokkoli in Röschen teilen (den Strunk schälen und würfeln – er schmeckt!), die 4 Tomaten grob hacken.
Die Zwiebel fein würfeln und in 2 EL Öl 5 Min goldig braten. 2 gehackte Knoblauchzehen und den geriebenen Ingwer zugeben, 1 Min mitbraten.
2 TL Garam Masala, 1 TL Kurkuma und ½ TL Chiliflocken einrühren, 30 Sekunden rösten. Tomaten zugeben und 3 Min einkochen, bis es sämig wird.
Kartoffeln und die Dose Kokosmilch (400 ml) plus 100 ml Wasser zugeben, salzen, zugedeckt 12 Min köcheln.
Brokkoli-Röschen und -Strunk daraufsetzen, Deckel drauf und 6–8 Min dämpfen – der Brokkoli soll grün und bissfest bleiben.
Vorsichtig umrühren, abschmecken, mit Koriander auf dem Reis servieren.
Tipp: Brokkoli nie mitköcheln, sondern nur auf dem Curry dämpfen – so bleibt er leuchtend grün statt armeegrau. Ein Spritzer Zitrone am Ende weckt alle Gewürze auf.
Griechenland · mit Ofenkartoffeln · 60 Min · mittel · vegan · 3 Personen
Gemista heißt schlicht „die Gefüllten“ – und ist das Sommergericht Griechenlands, wenn Tomaten und Paprika auf den Märkten überquellen.
2 Paprika (aus der Kiste ✓) · 8 große Tomaten (Kiste ✓) · 1 Zwiebel (Kiste ✓) · 400 g Kartoffeln (Kiste ✓) · 200 g Langkornreis · 3 EL Pinienkerne o. Mandelstifte · 2 EL Rosinen · ½ Bund Petersilie · 1 EL getrockneter Oregano · 1 TL Zucker · 6 EL Olivenöl, Salz, Pfeffer
Ofen auf 180 °C (Umluft) vorheizen. Von den 8 Tomaten und 2 Paprika Deckel abschneiden. Tomaten mit einem Löffel aushöhlen, Paprika entkernen.
Das Tomaten-Innere fein hacken oder pürieren – das wird Sauce und Füllungs-Basis. Mit 1 TL Zucker und Salz würzen.
Die Zwiebel fein würfeln und in 3 EL Olivenöl glasig braten. Den 200 g Reis, 3 EL Pinienkerne und 2 EL Rosinen 2 Min mitbraten.
Zwei Drittel der Tomatensauce zum Reis geben, 5 Min köcheln – der Reis bleibt halb gar. Gehackte Petersilie und 1 EL Oregano unterrühren, kräftig salzen.
Gemüse locker füllen (Reis quillt!), Deckel auflegen. Die 400 g Kartoffeln in Spalten schneiden und in die Lücken der Form legen.
Restliche Sauce, 3 EL Olivenöl und 100 ml Wasser angießen, salzen. 40–45 Min backen, bis die Deckel leicht verkohlt sind.
10 Min ruhen lassen und lauwarm servieren – mit Brot für die Sauce.
Tipp: Die Füllung nur zu zwei Dritteln einfüllen, sonst platzt das Gemüse, wenn der Reis quillt. Leicht angeröstete, fast schwarze Stellen an den Deckeln sind kein Fehler, sondern Aroma.
Türkei · Meze-Klassiker · 35 Min · einfach · 3 Personen
Mücver gehören zur großen türkischen Meze-Kultur – jenen vielen kleinen Tellern, die am Bosporus den Abend eröffnen und bei denen Teilen Pflicht ist.
3 Zucchini, ca. 700 g (aus der Kiste ✓) · 200 g Feta · 3 Eier · 100 g Mehl · 3 Frühlingszwiebeln · ½ Bund Dill (o. Petersilie + Minze) · 300 g griechischer Joghurt · 2 Knoblauchzehen · 6 EL Öl zum Braten · Salz, Pfeffer, Chiliflocken
Die 3 Zucchini grob raspeln, mit 1 TL Salz mischen und 10 Min ziehen lassen.
Für den Dip 300 g Joghurt mit 2 geriebenen Knoblauchzehen, der Hälfte des gehackten Dills und Salz verrühren, kaltstellen.
Die Zucchini portionsweise mit den Händen auspressen wie einen Schwamm – so trocken wie möglich!
Zucchini mit den 3 Eiern, dem zerbröselten Feta (200 g), den 3 geschnittenen Frühlingszwiebeln, restlichem Dill und 100 g Mehl zu einem dicken Teig mischen. Mit Pfeffer und Chiliflocken würzen (Salz vorsichtig – der Feta salzt mit).
3 EL Öl in einer großen Pfanne erhitzen. Pro Puffer 1 gehäuften EL Teig hineinsetzen, flach drücken und bei mittlerer Hitze 3–4 Min pro Seite goldbraun braten. Mit 3 EL Öl in zweiter Runde wiederholen.
Auf Küchenpapier abtropfen, mit dem Joghurt-Dip und etwas Dill servieren – am besten sofort, solange sie knuspern.
Tipp: Der ganze Erfolg steckt im Auspressen: Lieber zweimal pressen als einmal. Und die Pfanne nicht überfüllen – Puffer brauchen Platz, sonst dämpfen sie statt zu braten.
Japan · Straßenfest-Klassiker · 30 Min · einfach · vegan · 3 Personen
Yaki Udon – „gebratene Udon“ – gehören in Japan zu den Matsuri, den Straßenfesten, wo sie auf riesigen Teppan-Grillplatten unter viel Gezische zubereitet werden; der Duft von karamellisierender Sojasauce gilt als das eigentliche Signal, dass ein Fest begonnen hat.
400 g Udon-Nudeln (Rewe Asia-Regal; Ersatz: 250 g Spaghetti) · 1 Brokkoli (aus der Kiste ✓) · 2 Karotten (Kiste ✓) · 1 Zucchini (Kiste ✓) · 1 Zwiebel (Kiste ✓) · 2 Knoblauchzehen · 1 Stück Ingwer (daumengroß) · 4 EL Sojasauce · 1 EL Reisessig · 1 TL Zucker · 2 EL Sesamöl + neutrales Öl · 2 Frühlingszwiebeln · 1 EL Sesam
Die 400 g Udon nach Packung garen (meist nur 2–3 Min), kalt abschrecken und mit wenig Öl mischen, damit nichts klebt.
Gemüse vorbereiten: Brokkoli in kleine Röschen, 2 Karotten in feine Stifte, Zucchini in Halbmonde, Zwiebel in Streifen. Knoblauch und Ingwer fein hacken.
Die Sauce mischen: 4 EL Sojasauce, 1 EL Reisessig, 1 TL Zucker.
Pfanne oder Wok sehr stark erhitzen. In 1 EL Öl zuerst Karotten und Brokkoli 3 Min scharf anbraten, dann Zwiebel und Zucchini 2 Min mitbraten – das Gemüse darf Röststellen bekommen.
Knoblauch und Ingwer 30 Sekunden mitbraten, dann Nudeln und 1 EL Sesamöl zugeben.
Die Sauce am heißen Pfannenrand entlang angießen (sie soll zischen und karamellisieren) und alles 2 Min unter Schwenken braten – Nudeln dürfen leicht ansetzen.
Mit Frühlingszwiebel-Ringen und 1 EL Sesam servieren.
Tipp: Das Zischen ist Programm: Sojasauce nie über die Nudeln kippen, sondern an den heißen Pfannenrand – die Röstaromen dort sind das halbe Gericht. Gemüse lieber in zwei Portionen braten als die Pfanne zu überladen.
„Rüebli“ ist Schweizerdeutsch für Karotte, und die Rüeblitorte ist der ganze Stolz des Kantons Aargau, der sich selbst liebevoll „Rüebliland“ nennt.
250 g Karotten (aus der Kiste ✓) · 4 Eier · 200 g Zucker · 200 g gemahlene Mandeln · 100 g Mehl · 1 Pck. Backpulver · 1 Zitrone (Abrieb + Saft) · 1 Prise Zimt + 1 Prise Salz · 100 g Puderzucker (für den Guss) · 1 EL Butter + Mehl für die Form
Ofen auf 180 °C (Ober-/Unterhitze) vorheizen. Eine Springform (ca. 24 cm) mit Butter fetten und mit Mehl ausstäuben.
Die 250 g Karotten auf der feinen Reibe raspeln – je feiner, desto saftiger der Kuchen.
Die 4 Eier trennen. Eigelbe mit 200 g Zucker 3–4 Min hell und cremig schlagen. Zitronenabrieb, 1 EL Zitronensaft, 1 Prise Zimt und Karotten unterrühren.
200 g gemahlene Mandeln, 100 g Mehl und 1 Pck. Backpulver mischen und kurz unterheben.
Eiweiße mit 1 Prise Salz steif schlagen und in zwei Portionen vorsichtig unterheben – nicht rühren, nur heben!
45–50 Min backen (Stäbchenprobe). 15 Min in der Form abkühlen, dann ganz auskühlen lassen.
100 g Puderzucker mit 2–3 EL Zitronensaft zu einem dicken Guss rühren und über den kalten Kuchen ziehen.
Tipp: Der Kuchen schmeckt am zweiten Tag am besten – perfekt zum Vorbereiten. Wer mag, drückt gehackte Pistazien oder Marzipan-Möhrchen in den noch feuchten Guss.
Frankreich · Dessert · 45 Min · einfach · 3 Personen
Der Clafoutis stammt aus dem Limousin, dem grünen Herzen Frankreichs, und sein Name kommt vom okzitanischen „clafir“ – füllen: Früchte, großzügig mit einem Eierteig übergossen.
250 g Blaubeeren (aus der Kiste ✓) · 3 Eier · 250 ml Milch · 80 g Zucker · 60 g Mehl · 1 Pck. Vanillezucker · 1 EL Butter (für die Form) · 1 Prise Salz · 2 EL Puderzucker zum Bestäuben
Ofen auf 180 °C vorheizen. Eine flache Auflaufform (ca. 26 cm) mit 1 EL Butter großzügig fetten und mit 1 EL vom Zucker ausstreuen.
Die 3 Eier mit dem restlichen Zucker, 1 Pck. Vanillezucker und 1 Prise Salz verquirlen.
60 g Mehl einrühren, dann die 250 ml Milch nach und nach zugeben – es entsteht ein dünner, glatter Teig wie für Crêpes. 10 Min ruhen lassen.
Die 250 g Blaubeeren (verlesen und trocken) in der Form verteilen.
Den Teig vorsichtig über die Beeren gießen und 30–35 Min backen, bis der Clafoutis goldgelb aufgegangen und in der Mitte gerade fest ist.
10 Min abkühlen lassen – er sinkt dabei etwas ein, das gehört so. Mit 2 EL Puderzucker bestäuben und lauwarm servieren.
Tipp: Der Teig soll wirklich dünn sein – Clafoutis ist ein Flan, kein Kuchen. Lauwarm mit einem Löffel kalter Sahne oder Vanilleeis ist er unschlagbar.
Japan · mit Sesamreis & Gurken-Sunomono · 35 Min · einfach · vegan · 3 Personen
Der Name „Dengaku“ führt zurück ins alte Japan: Dengaku waren rituelle Tänze, mit denen Reisbauern vor der Pflanzsaison um eine gute Ernte baten – Gaukler balancierten dabei auf einer einzelnen Stelze.
3 große Auberginen · 3 EL helle Misopaste · 1½ EL Honig o. Ahornsirup · 1½ EL Mirin (o. ¾ EL Essig + ¾ EL Honig) · 1½ EL Sojasauce · 3 EL Sesamöl + neutrales Öl · 1½ EL Sesam · 3 Frühlingszwiebeln · 225 g Jasminreis · 1½ Salatgurken · 3 EL Reisessig · 1½ TL Zucker + Salz
Die 225 g Jasminreis gut abspülen und nach Packungsanleitung garen.
Für den Gurkensalat die 1½ Gurken hauchdünn hobeln, mit ¾ TL Salz mischen, 10 Min ziehen lassen und ausdrücken. Mit 3 EL Reisessig und 1½ TL Zucker anmachen, kaltstellen.
Die 3 Auberginen längs halbieren, das Fruchtfleisch rautenförmig ca. 1 cm tief einschneiden (nicht durch die Haut!).
3 EL Öl (halb Sesam-, halb neutrales Öl) portionsweise in einer großen Pfanne erhitzen. Auberginen mit der Schnittfläche nach unten 4–5 Min goldbraun braten, wenden, Deckel auflegen und 6–8 Min weich garen.
Glasur anrühren: 3 EL Miso, 1½ EL Honig, 1½ EL Mirin, 1½ EL Sojasauce und 1½ EL Wasser glatt verrühren.
Backofengrill auf 220 °C vorheizen. Auberginen mit der Schnittfläche nach oben aufs Blech, Glasur dick aufstreichen, 3–4 Min übergrillen, bis sie blubbert und karamellisiert.
Mit 1½ EL Sesam und den 3 in Ringe geschnittenen Frühlingszwiebeln bestreuen. Mit Reis und Gurkensalat servieren.
Tipp: Das Rautenmuster ist kein Deko-Gimmick – es lässt die Glasur tief einziehen. Die Glasur darf an den Kanten fast schwarz werden, dort sitzt das Umami.
Mexiko · 9–12 Tacos · 40 Min · einfach · 3 Personen
In Mexiko ist der Taco kein Gericht, sondern eine Lebensform – gegessen im Stehen, am Straßenstand, zu jeder Tageszeit.
9–12 kleine Tortillas · 3 Zucchini · 3 Maiskolben (o. 1 gr. Dose, abgetropft) · 1½ Dosen schwarze Bohnen (à 400 g) · 1 große rote Zwiebel · 2 Knoblauchzehen · 1½ TL Kreuzkümmel · 1½ TL geräuchertes Paprikapulver · 225 g Schmand · 3 Limetten · ½ Bund Koriander · 150 g Feta (optional) · Öl, Salz, Chiliflocken
Für die Crema 225 g Schmand mit Abrieb und Saft von 1½ Limetten und einer Prise Salz verrühren. Kaltstellen.
Die rote Zwiebel fein würfeln, die Hälfte mit 1½ EL Limettensaft und Salz marinieren (Schnell-Pickle).
Körner von den 3 Maiskolben schneiden. Die 3 Zucchini längs in ½ cm dicke Scheiben schneiden.
Grillpfanne stark erhitzen. Zucchini mit wenig Öl 2–3 Min pro Seite mit dunklen Röststreifen grillen, salzen, in Streifen schneiden.
Mais in derselben Pfanne ohne Öl 3–4 Min rösten, bis einzelne Körner braun poppen. Beiseitestellen.
1½ EL Öl erhitzen, restliche Zwiebel und 2 gehackte Knoblauchzehen glasig dünsten. Die abgespülten Bohnen (600 g) mit 1½ TL Kreuzkümmel, 1½ TL geräuchertem Paprikapulver und 75 ml Wasser 5 Min köcheln, grob zerdrücken, salzen.
Die Tortillas einzeln in der trockenen, heißen Pfanne je 20 Sekunden pro Seite erwärmen.
Bauen: Bohnenpüree, Zucchini, Mais, Pickle-Zwiebeln, Crema, gezupfter Koriander, nach Belieben Feta und Chiliflocken. Mit Limettenspalten servieren.
Tipp: Tortillas nie stapelweise im Ofen erhitzen – einzeln in der glühend heißen Pfanne bekommen sie Röstaromen und bleiben biegsam. Warm halten im Geschirrtuch.
Levante · mit Bulgur · 30 Min · einfach · vegan · 3 Personen
Dieses Gericht ist von Hindbeh bi Zeit inspiriert, einem Klassiker aus den libanesischen Bergen: bitteres Blattgrün, in Olivenöl geschmort und unter einem Berg süßer, goldbrauner Schmorzwiebeln begraben.
600 g Mangold (ca. 1½–2 Bund) · 1½ Dosen Kichererbsen (à 400 g) · 3 gelbe Zwiebeln · 3 Knoblauchzehen · 225 g Bulgur · 4–5 EL Tahin · 1½ Zitronen · 1½ TL Kreuzkümmel · ¾ TL Chiliflocken · 6 EL Olivenöl, Salz · 450 ml Gemüsebrühe
Die 225 g Bulgur mit 450 ml kochender Gemüsebrühe übergießen, abdecken, 15 Min quellen lassen.
Für die Sauce 4–5 EL Tahin mit dem Saft von 1½ Zitronen, 6–8 EL kaltem Wasser und Salz glatt rühren – sie dickt erst an, dann wird sie cremig. Beiseitestellen.
Die 3 Zwiebeln in feine Halbringe schneiden. In 3 EL Olivenöl bei mittlerer Hitze 10–12 Min langsam goldbraun schmoren, herausnehmen.
Die Kichererbsen (600 g) abspülen und gründlich trocken tupfen. In derselben Pfanne in 3 EL Olivenöl 5–6 Min knusprig braten, mit 1½ TL Kreuzkümmel, ¾ TL Chiliflocken und Salz würzen, herausnehmen.
Den Mangold (600 g) waschen, Stiele in 1-cm-Stücke, Blätter in Streifen schneiden. Erst die Stiele mit den 3 gehackten Knoblauchzehen 3 Min anbraten, dann die Blätter zugeben und 2–3 Min zusammenfallen lassen. Salzen.
Tipp: Kichererbsen werden nur knusprig, wenn sie wirklich trocken sind – und erst am Ende salzen, sonst ziehen sie Wasser. Ein Spritzer Zitrone auf den heißen Mangold hebt alles an.
Thailand · mit Jasminreis · 35 Min · einfach · vegan · 3 Personen
Gaeng Phed, das rote Curry, ist eines der Fundamente der thailändischen Küche – und die wiederum versteht sich als Balance-Kunst: Süß, sauer, salzig und scharf müssen in jedem Löffel miteinander ringen, keines darf gewinnen.
600 g Tofu · 375 g grüne Bohnen · 2 Maiskolben (o. 1 Dose) · 3–4 EL rote Currypaste · 600 ml Kokosmilch (1½ Dosen) · 2 rote Zwiebeln · 1 Stück Ingwer (daumengroß) · 3 EL Sojasauce · 1½ TL Zucker · 1½ Limetten · 75 g Erdnüsse, geröstet · 225 g Jasminreis · 1½ EL Speisestärke · ½ Bund Koriander o. Basilikum, Öl
225 g Jasminreis abspülen und garen.
Die 600 g Tofu trocken pressen, in 2-cm-Würfel schneiden und in 1½ EL Speisestärke wenden. In 3 EL Öl rundum 6–8 Min goldbraun braten, herausnehmen, mit 1½ EL Sojasauce beträufeln.
Die 375 g Bohnen putzen und halbieren, Körner von den 2 Maiskolben schneiden, die 2 roten Zwiebeln in Spalten schneiden, den Ingwer fein reiben.
In der Pfanne 3–4 EL rote Currypaste mit dem Ingwer in 1½ EL Öl 1 Min duftend anrösten. 4 EL vom festen Teil der Kokosmilch zugeben und rühren, bis das Öl austritt – das gibt Tiefe.
Restliche Kokosmilch (600 ml) plus 150 ml Wasser angießen. Bohnen und Zwiebeln zugeben, 8–10 Min sanft köcheln – die Bohnen sollen Biss behalten.
Mais zugeben, mit 1½ EL Sojasauce, 1½ TL Zucker und dem Saft von 1 Limette abschmecken. 2 Min ziehen lassen.
Tofu unterheben (nicht mehr kochen, sonst wird er weich). Mit 75 g gehackten Erdnüssen, Kräutern und Limettenspalten auf Reis servieren.
Tipp: Thai-Basilikum ist ideal; normales Basilikum plus ein Hauch Limettenabrieb kommt nah heran. Currypaste-Schärfe variiert stark je Marke – mit 3 EL starten, dann steigern.
Die Caponata ist Siziliens Geschichte auf einem Teller.
2 mittelgroße Auberginen · 4–5 Stangen Staudensellerie · 2 rote Zwiebeln · 375 g Kirschtomaten · 600 g gehackte Tomaten (1½ Dosen) · 75 g grüne Oliven · 3 EL Kapern · 45 g Rosinen · 45 g Pinienkerne o. Mandeln · 4–5 EL Essig + 1½ EL Zucker · 1 Prise Zimt · 2 Burrata (à 150 g) · 1 großes Ciabatta · Basilikum, Olivenöl, Salz
Die 45 g Rosinen in 4–5 EL Essig einweichen. Die 45 g Pinienkerne in der trockenen Pfanne goldbraun rösten, beiseitestellen.
Die 2 Auberginen in 2-cm-Würfel schneiden. In 4 EL Olivenöl portionsweise bei hoher Hitze rundum goldbraun braten (nicht drängeln in der Pfanne!), salzen, herausnehmen.
Die 4–5 Selleriestangen in ½-cm-Scheiben, die 2 roten Zwiebeln in Streifen schneiden. In 1½ EL Olivenöl 5 Min anbraten.
Die 375 g halbierten Kirschtomaten und die gehackten Tomaten (600 g) zugeben, 10 Min offen einköcheln.
75 g Oliven (halbiert), 3 EL Kapern, die Rosinen samt Essig, 1½ EL Zucker und 1 Prise Zimt einrühren. 5 Min köcheln – süß-sauer-salzig ausbalancieren, nachjustieren.
Auberginen unterheben und nur noch 2–3 Min erwärmen, damit sie nicht zerfallen. Vom Herd nehmen und mindestens 10 Min lauwarm abkühlen lassen.
Das Ciabatta in Scheiben schneiden, mit Olivenöl bestreichen und rösten.
Caponata anrichten, die 2 Burrata aufreißen und daraufsetzen, mit Pinienkernen, Basilikum und gutem Olivenöl vollenden.
Tipp: Caponata isst man in Sizilien nie kochend heiß – lauwarm verbinden sich die süß-sauren Aromen erst richtig. Ruhig mittags vorkochen, abends genießen.
Italien · Rom · 3 Pizzen · 40 Min · mittel · 3 Personen · 🔥 Pizzaofen
Die Pizza Bianca ist Roms heimliches Grundnahrungsmittel: In Bäckereien wie dem Forno di Campo de' Fiori wird sie seit Generationen als Erstes in den heißen Ofen geschoben – ursprünglich, um die Temperatur zu testen, bevor das Brot hineinkam.
500 g Mehl Tipo 00 (Rewe; Ersatz: Weizenmehl 550) · 320 ml Wasser, lauwarm · 3 g frische Hefe (o. 1 g Trockenhefe) · 12 g Salz (für den Teig) · 2 Zucchini · 250 g Ricotta · 1 Zitrone (Abrieb) · 2 Knoblauchzehen · 1 Zweig Rosmarin o. einige Blätter Basilikum · 6 EL Olivenöl, grobes Salz, Pfeffer, Chiliflocken
Am Vortag: 3 g Hefe in 320 ml lauwarmem Wasser auflösen, mit 500 g Mehl grob verrühren, 20 Min ruhen lassen, dann 12 g Salz einkneten und 8–10 Min zu einem glatten Teig kneten. Abgedeckt 1 Std anspringen lassen, dann über Nacht in den Kühlschrank.
2–3 Std vor dem Backen: Teig in 3 Kugeln teilen, abgedeckt bei Zimmertemperatur aufgehen lassen. Pizzaofen auf ca. 400 °C einheizen (der Stein braucht mindestens 45 Min).
Die 2 Zucchini mit dem Sparschäler o. Hobel in hauchdünne Längsstreifen schneiden, mit 2 EL Olivenöl, 1 gehackten Knoblauchzehe, Salz und Chiliflocken mischen, 10 Min ziehen lassen.
Den 250 g Ricotta mit dem Abrieb der Zitrone, 1 EL Olivenöl, Salz und Pfeffer glatt rühren.
Jede Teigkugel auf bemehlter Fläche von innen nach außen zu einem dünnen Fladen drücken (Rand stehen lassen!), mit 1 EL Olivenöl bestreichen, mit grobem Salz und Rosmarin bestreuen und die Zucchinistreifen locker gewellt darauf verteilen.
In den Ofen einschießen und 60–120 Sek backen; nach der Hälfte drehen, bis der Rand geleopardet ist (dunkle Blasen = gewollt).
Sofort nach dem Backen Kleckse von der Zitronen-Ricotta daraufsetzen und mit etwas Olivenöl beträufeln.
Tipp: Der Ofen ist wichtiger als der Belag: Erst einschießen, wenn der Stein wirklich 400 °C hat – ein Spritzer Mehl auf dem Stein muss in 2–3 Sekunden braun werden. Und Ricotta niemals mitbacken, er wird sonst körnig.
Italien · Neapel · 3 Pizzen · 45 Min · mittel · vegan · 3 Personen · 🔥 Pizzaofen
Die Marinara ist die älteste Pizza Neapels – seit etwa 1734 belegt und damit älter als die berühmte Margherita.
500 g Mehl Tipo 00 (Rewe; Ersatz: Weizenmehl 550) · 320 ml Wasser, lauwarm · 3 g frische Hefe (o. 1 g Trockenhefe) · 12 g Salz (für den Teig) · 3 rote Paprika · 1 Dose geschälte Tomaten (400 g, San Marzano o. Qualitäts-Dosentomaten) · 4 Knoblauchzehen · 2 TL getrockneter Oregano · 5 EL Olivenöl, Salz · einige Blätter Basilikum (optional)
Teig wie bei der Pizza Bianca: 3 g Hefe in 320 ml Wasser lösen, mit 500 g Mehl verrühren, 20 Min ruhen, 12 g Salz einkneten, 8–10 Min kneten, 1 Std anspringen lassen, über Nacht kalt führen. Am Backtag in 3 Kugeln aufgehen lassen.
Während der Ofen einheizt: Die 3 Paprika im Ganzen in die heiße Ofenzone legen und unter Wenden rundum schwarz rösten (5–8 Min). In einer abgedeckten Schüssel 10 Min ausdämpfen, dann Haut abziehen, entkernen und in breite Streifen schneiden. Mit 1 EL Olivenöl und Salz marinieren.
Die Dosentomaten (400 g) nur mit den Händen zerdrücken und mit 1 TL Salz würzen – nicht kochen, nicht pürieren: neapolitanische Regel.
Die 4 Knoblauchzehen in hauchdünne Scheiben schneiden.
Fladen formen, dünn mit Tomate bestreichen, Knoblauchscheiben, Paprikastreifen und 2 TL Oregano darauf verteilen, mit Olivenöl beträufeln.
Bei ca. 430–450 °C 60–90 Sek backen, einmal drehen. Mit Basilikum und einem letzten Faden Öl servieren.
Tipp: Die Paprikahaut geht am leichtesten ab, wenn die Frucht wirklich pechschwarz aussieht – was nach Fehler aussieht, ist die Technik. Nicht unter Wasser abziehen, das spült das Raucharoma weg.
Levante · Baba Ghanoush · 45 Min · einfach · vegan · 3 Personen · 🔥 Pizzaofen
Kaum ein Ofenmoment macht glücklicher als eine Pita, die sich auf dem heißen Stein binnen Sekunden zum Ballon aufbläht – der Wasserdampf im dünnen Teig reißt ihn auseinander und formt die berühmte Tasche.
500 g Weizenmehl 550 · 300 ml Wasser, lauwarm · 7 g Trockenhefe (1 Pck.) · 10 g Salz + 1 TL Zucker · 3 Auberginen · 3 EL Tahin · 2 Knoblauchzehen · 1½ Zitronen (Saft) · ½ Bund glatte Petersilie · 1 TL Kreuzkümmel · 5 EL Olivenöl, Salz, Paprikapulver o. Sumach
7 g Trockenhefe und 1 TL Zucker in 300 ml lauwarmem Wasser lösen. Mit 500 g Mehl und 10 g Salz 8 Min zu einem geschmeidigen Teig kneten, abgedeckt 1–1½ Std verdoppeln lassen.
Inzwischen die 3 Auberginen mehrmals einstechen und direkt in die Glut bzw. in die heißeste Ofenzone legen. 15–20 Min unter Wenden garen, bis die Haut verkohlt und die Frucht komplett zusammengefallen ist. Abkühlen lassen.
Auberginen längs aufschneiden, das rauchige Fleisch herauslöffeln und in einem Sieb 10 Min abtropfen lassen – das hält die Creme dick.
Fleisch mit 3 EL Tahin, 2 geriebenen Knoblauchzehen, dem Saft der 1½ Zitronen, 1 TL Kreuzkümmel und Salz mit der Gabel zerdrücken (nicht mixen – Struktur ist erwünscht). 3 EL Olivenöl einarbeiten, gehackte Petersilie unterheben.
Den Teig in 8 Kugeln teilen, 10 Min entspannen lassen, dann jede auf 3–4 mm ausrollen – gleichmäßige Dicke ist das ganze Geheimnis des Aufblähens.
Pitas nacheinander auf den heißen Stein legen (ca. 350 °C): Nach 30–60 Sek blähen sie sich zum Ballon, kurz wenden, weitere 30 Sek – fertig. In ein Tuch stapeln, damit sie weich bleiben.
Baba Ghanoush mit Olivenöl, Paprika o. Sumach und Petersilie anrichten, mit den warmen Pitas servieren.
Tipp: Pita bläht sich nur auf, wenn der Teig gleichmäßig dünn ist und der Stein richtig heiß – dünne Stellen reißen, dicke bleiben Fladen. Und die Auberginen dürfen ruhig aussehen wie verloren: Je schwärzer die Haut, desto rauchiger die Creme.
Tunesien · mit Feta & Couscous · 35 Min · einfach · 3 Personen · 🔥 Pizzaofen
Harissa ist das Feuer Nordafrikas: eine Paste aus sonnengetrockneten Chilis, Knoblauch, Kreuzkümmel und Koriandersaat, die in Tunesien so identitätsstiftend ist, dass die UNESCO sie 2022 zum immateriellen Kulturerbe erklärte.
600 g Karotten · 2 Kohlrabi (o. 1 kl. Blumenkohl) · 2 rote Zwiebeln · 2 EL Harissa (Rewe/Aldi Feinkostregal; Ersatz: 1 EL Tomatenmark + 1 TL Chiliflocken + je ½ TL Kreuzkümmel & Koriander) · 2 EL Honig · 1 TL Kreuzkümmel · 250 g Couscous · 150 g Feta · 1 Zitrone · ½ Bund Minze o. Petersilie · 6 EL Olivenöl, Salz
Die 600 g Karotten längs halbieren, die 2 Kohlrabi in daumendicke Spalten, die 2 roten Zwiebeln in Vierteln schneiden.
2 EL Harissa, 2 EL Honig, 1 TL Kreuzkümmel, 4 EL Olivenöl und Salz zu einer Glasur verrühren und das Gemüse darin wenden.
Eine Gusspfanne im Holzofen (ca. 300 °C Zone) 5 Min vorheizen – sie soll leicht rauchen.
Gemüse in die Pfanne geben (es muss zischen!) und 15–20 Min im Ofen rösten; alle 5 Min wenden, bis die Kanten dunkel karamellisiert und die Spalten weich sind.
Inzwischen den 250 g Couscous mit 300 ml kochendem Salzwasser übergießen, 5 Min abgedeckt quellen lassen, mit 1 EL Olivenöl und dem Saft von ½ Zitrone auflockern.
Gemüse auf dem Couscous anrichten, den zerbröselten Feta (150 g) und die gezupfte Minze darüberstreuen, mit Zitronenspalten servieren.
Tipp: Der Honig verbrennt schneller als das Gemüse gart – deshalb in die mittelheiße Zone des Ofens, nicht direkt neben die Flamme. Dunkle, fast schwarze Kanten sind perfekt; flächig schwarz heißt: eine Zone weiter nach außen rücken.
Holzspieße 30 Min wässern. Die Plancha übers Feuer setzen und richtig heiß werden lassen – ein Wassertropfen muss sofort tanzen und verdampfen.
Den Halloumi (450 g) in 3-cm-Würfel schneiden, Zucchini in dicke Halbmonde, Paprika in Stücke, Zwiebeln in Schichtblätter teilen.
Für das Ladolemono den Saft der Zitrone, 6 EL Olivenöl, 2 TL Oregano, 1 TL Honig, Salz und Pfeffer in einem Schraubglas kräftig schütteln, bis es cremig emulgiert.
Halloumi, Gemüse und Kirschtomaten abwechselnd aufspießen, mit 2 EL Olivenöl bestreichen und leicht salzen (wenig – der Käse salzt mit).
Spieße auf der Plancha 8–10 Min braten, alle 2–3 Min vierteln drehen, bis der Halloumi goldbraune Röstflächen hat und das Gemüse Biss behält.
Noch auf der heißen Platte großzügig mit Ladolemono bepinseln (es soll zischen), den Rest am Tisch dazu reichen. Mit Zitronenabrieb und Fladenbrot servieren.
Tipp: Halloumi klebt nur, wenn die Platte zu kalt ist oder zu früh bewegt wird: Erst wenn sich der Würfel von selbst löst, ist die Kruste fertig. Und das Ladolemono immer erst nach dem Braten – Zitrone im Feuer wird bitter.
Spanien/USA · Grillklassiker · 40 Min · einfach · 3 Personen · 🔥 Plancha
Die Plancha selbst ist eine spanische Erfindung – seit dem 19.
1 kg kleine Drillinge (festkochend) · 150 g Mayonnaise (o. 100 g Mayo + 50 g Schmand) · 2 Knoblauchzehen · 1½ TL geräuchertes Paprikapulver · 1 Zitrone · 2 Zweige Rosmarin · 6 EL Olivenöl, grobes Salz, Pfeffer · ½ Bund Schnittlauch o. Petersilie
Die 1 kg Drillinge ungeschält in kräftig gesalzenem Wasser 18–20 Min weich kochen, abgießen und 5 Min ausdampfen lassen – trockene Oberfläche = mehr Knusper.
Für die Aioli 150 g Mayonnaise mit 2 geriebenen Knoblauchzehen, 1½ TL geräuchertem Paprikapulver, 1–2 EL Zitronensaft und Salz verrühren, kaltstellen.
Die Plancha übers Feuer setzen und heiß werden lassen; 4 EL Olivenöl daraufgeben.
Kartoffeln auf die Platte setzen und jede mit einem Pfannenwender o. Tassenboden auf ca. 1 cm flachdrücken – Risse und ausgefranste Ränder sind das Ziel.
6–8 Min braten ohne zu bewegen, bis die Unterseite tief goldbraun ist. Mit 2 EL Olivenöl beträufeln, wenden, Rosmarinnadeln darüberstreuen und weitere 5 Min knusprig braten.
Mit grobem Salz und Pfeffer würzen und heiß von der Platte mit der Rauch-Aioli, Schnittlauchröllchen und Zitronenspalten servieren.
Tipp: Die Kartoffeln nach dem Flachdrücken in Ruhe lassen – jedes verfrühte Wenden kostet Kruste. Auf der Plancha gilt wie in der Pfanne: Das Knuspern hört man, wenn es leiser wird, ist die Seite fertig.
Japan · Osaka · 35 Min · mittel · 3 Personen · 🔥 Plancha
Okonomiyaki heißt sinngemäß „brutzle es, wie du magst“ – und genau so funktioniert Osakas berühmtestes Soulfood: ein Pfannkuchen aus Kohl und Teig, in den hineinkommt, was da ist.
600 g Spitzkohl o. Weißkohl (ca. ½ Kopf) · 4 Frühlingszwiebeln · 200 g Mehl · 4 Eier · 200 ml kaltes Wasser · 1 TL Backpulver · 2 EL Sojasauce (für den Teig) · 4 EL Ketchup + 2 EL Sojasauce + 1 EL Honig + 1 TL Essig (Okonomiyaki-Sauce) · 4 EL Mayonnaise · 2 EL Sesam · 4 EL Öl, Salz; optional 1 Blatt Nori, in feinen Streifen
Für die Sauce 4 EL Ketchup, 2 EL Sojasauce, 1 EL Honig und 1 TL Essig verrühren und kurz auf der heißen Plattenecke andicken lassen.
Den Kohl (600 g) in feine, kurze Streifen schneiden (keine langen Fäden), die 4 Frühlingszwiebeln in Ringe.
200 g Mehl, 1 TL Backpulver, 200 ml kaltes Wasser, 4 Eier, 2 EL Sojasauce und 1 TL Salz zu einem dicken Teig verrühren – er soll den Kohl nur binden, nicht ertränken.
Kohl und die Hälfte der Frühlingszwiebeln unterheben; die Masse wirkt zu kohlig – genau richtig.
2 EL Öl auf die heiße Plancha geben, die Masse als 2 runde Fladen (ca. 2–3 cm dick) aufsetzen und NICHT flachdrücken. 5–6 Min braten, bis die Unterseite fest und goldbraun ist.
Mit zwei Wendern beherzt wenden und weitere 5–6 Min braten; bei Bedarf 2 EL Öl nachgeben. Der Kern soll saftig, aber gestockt sein.
Mit der dunklen Sauce bestreichen, die Mayonnaise in Streifen darüberziehen, mit Sesam, restlichen Frühlingszwiebeln und Nori-Streifen bestreuen. In Spalten schneiden und direkt von der Platte servieren.
Tipp: Niemals flachdrücken – anders als bei Smashed Potatoes will Okonomiyaki Luft im Inneren, sonst wird er kompakt statt fluffig. In Osaka gilt das Plattdrücken mit dem Spachtel als Anfängerfehler Nummer eins.
Frankreich · Provence · Dessert · 20 Min · einfach · 3 Personen · 🔥 Plancha · 🍰 Dessert
In der Provence wachsen Pfirsiche und Rosmarin oft nur ein paar Meter voneinander entfernt – und genau diese Nachbarschaft landet hier auf der heißen Platte.
5 reife (aber feste) Pfirsiche · 4 EL Honig · 2 Zweige Rosmarin · 1 EL Butter (o. Öl) · 500 ml Vanilleeis · 40 g Mandelblättchen o. gehackte Pistazien · 1 Prise grobes Salz (Fleur de Sel, optional) · ½ Zitrone
4 EL Honig mit 1 EL Wasser, dem Saft der ½ Zitrone und den Nadeln von 1 Rosmarinzweig in einem kleinen Topf am Plattenrand 5 Min sanft erwärmen – nicht kochen, nur ziehen lassen.
Die 5 Pfirsiche halbieren und entsteinen; sehr große Hälften nochmals halbieren.
Die 40 g Mandelblättchen auf der Platte kurz goldbraun rösten, beiseitestellen.
1 EL Butter auf der mittelheißen Plancha zerlaufen lassen. Pfirsiche mit der Schnittfläche nach unten aufsetzen und 3–4 Min NICHT bewegen, bis tiefbraune Karamellstreifen entstehen.
Wenden, mit der Hälfte des Rosmarin-Honigs bepinseln und 2 Min auf der Hautseite fertig garen.
Warm mit den 500 ml Vanilleeis anrichten, restlichen Rosmarin-Honig darüberziehen, mit Mandeln, 1 Prise grobem Salz und dem zweiten Rosmarinzweig servieren.
Tipp: Die Pfirsiche müssen reif, aber fest sein – weiche Früchte kleben und zerfallen. Und der Honig kommt erst nach dem ersten Wenden auf die Frucht: Direkt auf der Platte verbrennt er, auf dem warmen Pfirsich karamellisiert er.
Schottland · mit dmBio Basic Porridge · 15 Min · einfach · 3 Personen · ☀️ Frühstück
Porridge ist Schottlands Nationalfrühstück und war jahrhundertelang schlicht Überlebensessen: Hafer wächst dort, wo sonst kaum etwas gedeiht.
180 g dmBio Basic Porridge (DM; Ersatz: zarte Haferflocken + 1 Prise Salz) · 750 ml Milch o. Haferdrink · 1 Prise Salz · 2 Bananen · 250 g Beeren (frisch o. TK) · 3 EL Honig o. Ahornsirup · 1 TL Zimt · 1 EL Butter o. Kokosöl · 2 EL Mandel- o. Erdnussmus (optional) · 2 EL gehackte Nüsse o. Mandeln
Die 180 g Porridge-Basis mit 750 ml Milch und 1 Prise Salz in einen Topf geben, einmal aufkochen und bei kleiner Hitze 3–5 Min sanft köcheln, dabei regelmäßig rühren (Schottland-Regel: im Uhrzeigersinn).
Topf vom Herd ziehen, Deckel drauf und 2 Min quellen lassen – so wird es cremig statt kleistrig.
Inzwischen die 2 Bananen längs halbieren. 1 EL Butter in einer Pfanne aufschäumen, Bananen mit der Schnittfläche nach unten 2 Min goldbraun braten, mit 1 EL Honig und 1 TL Zimt glasieren.
Die 250 g Beeren in derselben Pfanne 1–2 Min warm schwenken, bis sie glänzen und leicht Saft ziehen.
Porridge in Schalen füllen, je einen Klecks von den 2 EL Mandelmus einrühren.
Mit Banane, Beeren, den 2 EL gehackten Nüssen und dem restlichen Honig toppen – sofort löffeln.
Tipp: Porridge wird beim Stehen fester – lieber einen Tick zu flüssig vom Herd nehmen. Und die Prise Salz nie weglassen: Sie macht den Unterschied zwischen Kleister und Frühstück.
Schweiz · Zürich · 15 Min · einfach · 3 Personen · ☀️ Frühstück
Um 1900 verordnete der Zürcher Arzt Maximilian Bircher-Benner seinen Sanatoriumsgästen eine revolutionäre „Apfeldiätspeise“: eingeweichte Haferflocken, geriebener Apfel, Nüsse und Zitrone – zu einer Zeit, als ein Frühstück ohne Fleisch und Weißbrot als geradezu exzentrisch galt.
150 g kernige Haferflocken · 400 ml Milch (o. halb Milch, halb Apfelsaft) · 300 g Joghurt · 2 Äpfel · 1 Zitrone (Saft) · 2 EL Honig · 50 g Haselnüsse o. Mandeln · 50 g Rosinen · 250 g saisonales Obst (Beeren, Pfirsich, Zwetschgen …)
Am Vorabend die 150 g Haferflocken mit 400 ml Milch und den 50 g Rosinen verrühren, abdecken und über Nacht in den Kühlschrank stellen.
Morgens die 50 g Haselnüsse grob hacken und in einer trockenen Pfanne 2–3 Min duftend rösten.
Die 2 Äpfel mitsamt Schale grob reiben und sofort mit dem Saft der Zitrone mischen, damit nichts braun wird.
Apfelraspel, 300 g Joghurt und 2 EL Honig unter die eingeweichten Flocken rühren; ist die Masse zu dick, schluckweise Milch zugeben.
Mit dem klein geschnittenen saisonalen Obst (250 g) und den gerösteten Nüssen anrichten.
Tipp: Der Apfel wird gerieben, nicht gewürfelt – sein Saft zieht in die Flocken und macht das Müsli erst „bircher“. Kernige Flocken behalten nach der Nacht noch Biss, zarte werden zu Brei.
Israel/Nordafrika · aus der Pfanne · 35 Min · einfach · 3 Personen · ☀️ Frühstück
Shakshuka bedeutet auf Arabisch ungefähr „alles durcheinandergeschüttelt“ – und genau das ist das Prinzip: Eier, die direkt in einem würzigen Paprika-Tomaten-Sugo pochieren.
Die 2 Zwiebeln in Streifen, die 2 Paprika in schmale Streifen, den Knoblauch in Scheiben schneiden.
In einer großen (Guss-)Pfanne 4 EL Olivenöl erhitzen. Zwiebeln und Paprika 8–10 Min bei mittlerer Hitze weich und leicht gebräunt schmoren.
Knoblauch, 2 TL Kreuzkümmel und je 1 TL Paprikapulver 1 Min mitrösten, bis es duftet.
Die 2 Dosen Tomaten (800 g), 1 TL Zucker und Salz zugeben und 10 Min offen einköcheln, bis die Sauce dick genug ist, dass ein Löffelstrich sichtbar bleibt.
Mit dem Löffel 6 Mulden formen und die 6 Eier hineingleiten lassen. Deckel auflegen und 6–8 Min pochieren – das Eiweiß fest, das Eigelb noch flüssig.
Mit dem zerbröselten Feta (100 g), gehackter Petersilie und Chiliflocken bestreuen und in der Pfanne mit Brot servieren.
Tipp: Die Sauce muss dick sein, bevor die Eier hineinkommen – in dünner Sauce versinken sie und werden hart, bevor das Weiß stockt. Und die Pfanne gehört auf den Tisch: Shakshuka wird getunkt, nicht portioniert.
USA · Diner-Klassiker · 30 Min · einfach · 3 Personen · ☀️ Frühstück
Pancakes sind das Herzstück des amerikanischen Diner-Frühstücks: dicke, wolkige Stapel, die seit dem 19.
250 g Mehl · 2 TL Backpulver · ½ TL Natron · 2 EL Zucker · 1 Prise Salz · 2 Eier · 350 ml Buttermilch (Ersatz: Milch + 1 EL Zitronensaft, 5 Min stehen lassen) · 40 g Butter, geschmolzen + mehr zum Braten · 200 g Blaubeeren (frisch o. TK, unaufgetaut) · Ahornsirup zum Servieren
250 g Mehl, 2 TL Backpulver, ½ TL Natron, 2 EL Zucker und 1 Prise Salz in einer Schüssel mischen.
Die 2 Eier mit 350 ml Buttermilch und 40 g geschmolzener Butter verquirlen.
Flüssiges zu Trockenem gießen und nur 10–15 Sekunden grob verrühren – Klümpchen bleiben drin! Glatt gerührter Teig ergibt zähe Pancakes. 5 Min ruhen lassen.
Eine Pfanne bei mittlerer Hitze mit wenig Butter auspinseln. Pro Pancake eine kleine Kelle Teig hineingeben und sofort einige der 200 g Blaubeeren daraufstreuen.
Braten, bis die Oberfläche Blasen wirft und die Ränder matt werden (2–3 Min) – dann genau einmal wenden und 1–2 Min fertig backen.
Im 80-°C-Ofen warmhalten, stapeln und mit Ahornsirup und etwas Butter servieren.
Tipp: Natron + Buttermilch ist der Fluff-Motor – deshalb den Teig sofort nach dem Anrühren verwenden und die Hitze moderat halten: Innen gar und außen goldbraun erreichen sich nur bei mittlerer Temperatur.
Deutschland/USA · 1 Brot (ca. 800 g) · 60 Min · einfach · vegan · 3 Personen · 🍞 Brot
2006 druckte die New York Times ein Rezept des Bäckers Jim Lahey, das die Heimback-Welt auf den Kopf stellte: Brot ohne Kneten.
400 g Weizenmehl 550 · 100 g Roggenmehl (o. Weizenvollkorn) · 375 ml Wasser, kalt · ¼ TL Trockenhefe (ca. 1 g) · 11 g Salz · etwas Mehl zum Formen; gusseiserner Topf mit Deckel (o. Bräter)
Am Vortag (abends): 400 g Weizenmehl, 100 g Roggenmehl, ¼ TL Trockenhefe und 11 g Salz mischen, 375 ml kaltes Wasser zugeben und nur 1 Min mit dem Löffel verrühren – fertig. Abgedeckt 14–18 Std bei Zimmertemperatur stehen lassen.
Der Teig ist nun blasig und hat sich verdoppelt. Auf eine gut bemehlte Fläche kippen und mit bemehlten Händen viermal wie einen Brief zur Mitte falten.
Mit dem Schluss nach unten auf ein bemehltes Stück Backpapier setzen, mit einem Tuch abdecken und 1–2 Std gehen lassen.
Rechtzeitig den Gusstopf samt Deckel im Ofen auf 250 °C aufheizen (mind. 30 Min – der Topf muss brüllend heiß sein).
Teigling am Backpapier in den heißen Topf heben, Oberfläche einmal tief einschneiden, Deckel drauf und 30 Min backen.
Deckel abnehmen und weitere 15–20 Min backen, bis die Kruste tief kastanienbraun ist. Auf einem Gitter komplett auskühlen lassen – die knisternde Kruste „singt“ dabei.
Tipp: Dunkler ist besser: Was nach fast zu viel aussieht, ist volles Krustenaroma (Röststoffe = Geschmack). Und das Brot nie warm anschneiden – die Krume gart beim Auskühlen noch nach.
Italien · Ligurien · 1 Blech · 45 Min · einfach · vegan · 3 Personen · 🍞 Brot
In Ligurien ist die Focaccia – dort „fügassa“ – kein Beilagenbrot, sondern Lebensgefühl: Man isst sie zum Frühstück in den Cappuccino getunkt, als Pausensnack und abends zum Wein.
500 g Weizenmehl 550 · 400 ml Wasser, lauwarm · 7 g Trockenhefe (1 Pck.) · 12 g Salz + 1 TL Zucker · 8 EL Olivenöl · 2 Zweige Rosmarin · 1 TL grobes Meersalz · optional: 150 g Kirschtomaten o. eine Handvoll Oliven
7 g Hefe und 1 TL Zucker in 400 ml lauwarmem Wasser lösen. Mit 500 g Mehl und 12 g Salz zu einem sehr weichen, klebrigen Teig verrühren – nicht erschrecken, er soll so.
2 EL Olivenöl darübergeben und den Teig abgedeckt 1½ Std gehen lassen; dabei nach 30 und 60 Min mit nasser Hand je viermal im Behälter falten.
Ein Blech großzügig mit 3 EL Olivenöl einölen, Teig daraufkippen und mit geölten Fingern sanft Richtung Ränder schieben. 30 Min entspannen lassen (zieht er sich zusammen, einfach warten).
Ofen auf 230 °C (o. Holzofen, mittelheiße Zone) vorheizen. Für die Salamoia 3 EL Olivenöl, 3 EL Wasser und 1 TL grobes Meersalz verschütteln.
Mit allen zehn Fingern tiefe Dellen bis fast zum Blech in den Teig drücken, die Salamoia darübergießen, Rosmarinnadeln (und optional Kirschtomaten) in die Dellen drücken.
18–22 Min goldbraun backen. Lauwarm in Stücke schneiden – und mindestens ein Stück direkt am Blech essen, das ist ligurisches Gesetz.
Tipp: Die Dellen müssen tief sein – zaghafte Grübchen verschwinden beim Aufgehen. Und die Öl-Wasser-Salz-Lake ist kein Fehler im Rezept, sondern DER Trick: Sie hält die Kruste saftig und macht die Oberfläche glasig-golden.
Deutschland · 1 Kastenbrot · 75 Min · einfach · vegan · 3 Personen · 🍞 Brot
Deutschland ist Weltmeister im Brot – über 3.000 eingetragene Sorten führt das Brotregister, und die UNESCO adelte die deutsche Brotkultur 2014 als immaterielles Kulturerbe.
500 g Dinkelmehl 630 (o. halb Vollkorn) · 150 g Kernemix (Sonnenblumen-, Kürbiskerne, Leinsamen, Sesam) · 420 ml Wasser, lauwarm · 7 g Trockenhefe (1 Pck.) · 12 g Salz · 2 EL Essig · 1 TL Honig o. Zuckerrübensirup · Butter o. Öl für die Form; 2 EL Kerne zum Bestreuen
2 EL vom Kernemix beiseitelegen, den Rest (ca. 130 g) in einer trockenen Pfanne 3–4 Min duftend rösten – das verdoppelt das Aroma.
7 g Hefe und 1 TL Honig in 420 ml lauwarmem Wasser lösen.
500 g Dinkelmehl, 12 g Salz, die gerösteten Kerne, das Hefewasser und 2 EL Essig mit einem Kochlöffel 1–2 Min zu einem zähen, klebrigen Teig verrühren – kneten ist nicht nötig.
Eine Kastenform (ca. 25 cm) fetten, Teig einfüllen, glatt streichen, mit Wasser bepinseln und mit den restlichen 2 EL Kernen bestreuen.
Abgedeckt 45–60 Min gehen lassen, bis der Teig knapp unter dem Formrand steht. Ofen rechtzeitig auf 200 °C vorheizen.
50–60 Min backen; nach 40 Min aus der Form nehmen und ohne Form fertig backen, damit die Seiten Kruste bekommen. Klopftest: klingt es hohl, ist es fertig. Komplett auskühlen lassen.
Tipp: Dinkel verzeiht weniger als Weizen: nicht überkneten und nicht übergaren, sonst wird die Krume trocken. Das Rühren von Hand ist hier tatsächlich die Profi-Methode – und der Essig ihr bester Freund.
Türkei · 8 Ringe · 50 Min · mittel · vegan · 3 Personen · 🍞 Brot
Der Simit ist der Herzschlag Istanbuls: Seit über 500 Jahren – Aufzeichnungen reichen bis an den Hof Süleymans des Prächtigen – werden die Sesamringe in den Gassen verkauft, heute von Straßenhändlern, die ihre roten Wagen an jede Ecke schieben oder die Ringe kunstvoll auf Tabletts auf dem Kopf balancieren.
500 g Weizenmehl 550 · 300 ml Wasser, lauwarm · 7 g Trockenhefe (1 Pck.) · 10 g Salz + 1 EL Zucker · 2 EL Olivenöl · 150 g Sesam · 3 EL Zuckerrübensirup (Rewe; Original: Traubensirup/Pekmez) · 100 ml Wasser (für das Sirup-Bad)
7 g Hefe und 1 EL Zucker in 300 ml lauwarmem Wasser lösen, mit 500 g Mehl, 10 g Salz und 2 EL Olivenöl 8 Min zu einem glatten, eher festen Teig kneten. 1 Std abgedeckt gehen lassen.
Die 150 g Sesam in einer trockenen Pfanne goldgelb rösten – roher Sesam ist der häufigste Simit-Fehler. Auf einen tiefen Teller geben.
Teig in 8 Stücke teilen. Jedes zu einem ca. 40 cm langen Strang rollen, den Strang halbieren, die beiden Hälften umeinander zwirbeln und zum Ring schließen, Enden gut verdrücken.
3 EL Zuckerrübensirup mit 100 ml Wasser verrühren. Jeden Ring komplett durch das Sirup-Bad ziehen, kurz abtropfen und beidseitig kräftig in den Sesam drücken.
Ringe auf Backpapier 20 Min entspannen lassen; Ofen auf 220 °C (o. Pizzaofen, mittlere Zone) vorheizen.
16–20 Min backen, bis sie tief goldbraun glänzen. Warm am besten – klassisch mit Tee, Weichkäse, Oliven, Gurken und Tomaten.
Tipp: Das Zwirbeln der zwei Stränge ist keine Show: Die Drehung hält den Ring in Form und schafft mehr Oberfläche für den Sesam. Sirup-Bad nie überspringen – ohne wird der Sesam nicht haften und der Glanz fehlt.