Woher dieses Gericht kommt
Gaeng Phed, das rote Curry, ist eines der Fundamente der thailändischen Küche – und die wiederum versteht sich als Balance-Kunst: Süß, sauer, salzig und scharf müssen in jedem Löffel miteinander ringen, keines darf gewinnen. Traditionell wird die Currypaste im Granitmörser gestampft, und man sagt, eine gute Köchin erkenne man am Rhythmus ihres Stößels, der morgens durch die Gassen hallt. Dass es in Thailand eine große fleischfreie Curry-Tradition gibt, liegt am Buddhismus: Zur Tessagan Gin Jay, dem vegetarischen Festival im Herbst, kochen ganze Städte tagelang rein pflanzlich, gelbe Fähnchen an den Garküchen zeigen es an. Das „Cracken“ der Kokosmilch – Paste im ausgetretenen Kokosfett rösten, bis es duftet – ist der handwerkliche Kern jedes Currys und trennt die Garküche vom Tütengericht. Erdnüsse und Limette zum Schluss sind keine Kür, sondern die letzte Stimme im Aromen-Chor.