Woher dieses Gericht kommt
Die erste schriftliche Erwähnung der Tortilla de patatas stammt aus einer navarresischen Bittschrift von 1817, in der die Kartoffel-Ei-Speise als billige Sättigung für die arme Landbevölkerung beschrieben wird. Heute ist sie das vermutlich meistdiskutierte Gericht Spaniens: „con cebolla“ oder „sin cebolla“ – mit oder ohne Zwiebel – ist eine Glaubensfrage, die Familien spalten kann. Entscheidend ist die Garstufe: In Madrid mag man sie „poco cuajada“, also innen noch cremig und fast fließend. Die Kartoffeln werden dabei nicht gebraten, sondern in reichlich Olivenöl confiert, bis sie weich sind und zerfallen. Dazu geschmorte Paprika und eine kräftige Aioli – so wird aus der Tapa ein Abendessen.