Woher dieses Gericht kommt
Der Simit ist der Herzschlag Istanbuls: Seit über 500 Jahren – Aufzeichnungen reichen bis an den Hof Süleymans des Prächtigen – werden die Sesamringe in den Gassen verkauft, heute von Straßenhändlern, die ihre roten Wagen an jede Ecke schieben oder die Ringe kunstvoll auf Tabletts auf dem Kopf balancieren. Sein Markenzeichen bekommt der Ring durch ein doppeltes Bad: erst in verdünntem Traubensirup (Pekmez), der beim Backen zu einer glänzenden, süßlichen Lackschicht karamellisiert, dann in einem dichten Sesammantel. Zum türkischen Frühstück gehört er wie Tee, Oliven und Käse – am besten noch ofenwarm auseinandergerissen. Zuckerrübensirup aus dem Supermarkt ersetzt den Pekmez erstaunlich gut.